Nach Helikopter-Abschuss
USA greifen Iran erneut an: Aktien-Futures gehen auf Talfahrt
Trump wirft dem Iran vor, einen Hubschrauber abgeschossen zu haben. Daraufhin fliegen die USA trotz Waffenruhe Luftangriffe auf den Iran. Teheran startet daraufhin Angriffe auf die Golfregion. Aktien-Futures geben nach.
Die Vereinigten Staaten haben nach eigenen Angaben Selbstverteidigungsschläge gegen den Iran gestartet. Grund hierfür sei der Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers der US-Armee am Vortag, so das U.S. Central Command. US-Präsident Donald Trump machte den Iran dafür verantwortlich. Teheran hat die Verantwortung bislang nicht direkt übernommen, wie CNBC berichtet.
Iran reagierte nach eigenen Angaben mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Die Revolutionsgarde erklärte, Ziele in Bahrain und Jordanien attackiert zu haben. In Bahrain heulten laut Nachrichtenagenturen Sirenen, das Innenministerium rief die Bevölkerung auf X dazu auf, Schutz zu suchen und Ruhe zu bewahren. Auch Kuwait aktivierte seine Flugabwehr, nachdem der Golfstaat eigenen Angaben zufolge aus Iran beschossen worden war. Teheran bestätigte, auch Kuwait ins Visier genommen zu haben. Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte Gegenschläge unmittelbar nach den US-Angriffen angekündigt.
Aktien-Futures gehen auf Talfahrt
Die Reaktion der Märkte kam prompt. So gaben die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 am Mittwochmorgen um 0,46 Prozent bzw. 0,72 Prozent nach. Die Terminkontrakte auf den Dow Jones Industrial Average rutschten um 161 Punkte bzw. 0,3 Prozent ab.
Noch deutlicher war die Nervosität in Asien zu spüren. Südkoreas Kospi verzeichnete mit mehr als 6,5 Prozent Minus die höchsten Verluste, Japans Nikkei 225 verlor 2,19 Prozent. Gleichzeitig zogen die Ölpreise an. Ein Barrel WTI kostete zuletzt rund 88,59 US-Dollar und lag damit etwa 0,5 Prozent höher.
Für Anleger stellt sich nun die Frage: Bleibt es bei einer begrenzten Reaktion oder kippt die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran? Die Straße von Hormus rückt wieder in den Fokus – und mit ihr das Risiko neuer Energiepreisschübe.
Hinzu kommt ein zweiter Belastungsfaktor. Bereits am Dienstag wurden Chip-Aktien erneut verkauft. Der S&P 500 ging mit einem Minus von 0,26 Prozent, der Nasdaq Composite mit 0,97 Prozent aus dem Handel, während der Dow leicht zulegte. Nach der KI-Rallye wirkt der Markt plötzlich verwundbar.
Am Mittwoch folgt mit den US-Inflationsdaten für Mai der nächste Test. Laut Dow-Jones-Konsens wird eine Jahresrate von 4,2 Prozent und ein Monatsplus von 0,5 Prozent erwartet. Sollte die Teuerung tatsächlich wieder über 4 Prozent steigen, könnten sich geopolitische Ängste schnell in Zinssorgen verwandeln.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

