"Monumentaler Katalysator"
Frontalangriff auf die USA: China plant dreistellige KI-Milliarden!
Im Kampf um die Technologieführerschaft im Bereich Künstlicher Intelligenz will das Reich der Mitte tief in die Tasche greifen und die USA frontal angreifen.
- China plant 2 Billionen Yuan Förderung für KI
- Mindestens 80 Prozent KI Hardware aus China
- USA dominieren Kommerzialisierung, China investiert
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Noch ist das Rennen um die KI-Führerschaft nicht entschieden!
Einigen Expertinnen und Experten gilt China im Wettkampf mit den USA um die Technologieführerschaft bei Künstlicher Intelligenz bereits als sicherer Sieger – allein aufgrund der Tatsache, dass die Übertragungsnetze in den USA als marode gelten und der Kapazitätsausbau bei der Energieversorgung nur schleppend vorankommt, während China im vergangenen Jahr so viel günstigen Solarstrom ans Netz gebracht hat, wie der gesamte Rest der Welt zusammen.
Doch bei der Kommerzialisierung von KI-Anwendungen ist die USA China noch weit voraus. Zwar gibt es auch an Handelsplätzen wie in Hongkong einen IPO-Boom in Bezug auf Start-ups, doch weltweit wird die Szene dominiert von den Tools bereits oder bald an der Wall Street gehandelter Unternehmen wie Alphabet, OpenAI und Anthropic.
China will fast 300 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen
Um die Lücke zu schließen will China jetzt dem Beispiel der USA folgen und den Sektor auch mithilfe staatlicher Investitionen und Gelder vorantreiben. Wie der Finanzdienstleister Bloomberg am Dienstag berichtet hat, sollen hier für nicht weniger als 2 Billionen Yuan (295 Milliarden US-Dollar) über einen Zeitraum von 5 Jahren bereitgestellt werden.
Diese sollen vor allem verwendet werden, um ein landesweites Datencenter-Netzwerk für KI-Anwendungen aufzubauen. Verantwortet werden sollen die Pläne Bloomberg zufolge von staatlichen Behörden wie der Agentur für Staatliche Entwicklung und Reformen. Betrieben sollen die Datenzentren dann von Telekommunikationsunternehmen wie China Mobile und China Telecom.
Die Hardware soll überwiegend aus heimischer Produktion stammen
Dabei will das Reich der Mitte vor allem auf KI-Hardware "Made in China" setzen. Als Vorgabe wird diskutiert, dass mindestens 80 Prozent der eingesetzten Hardware aus heimischer Herstellung stammen soll, was Unternehmen wie Huawei begünstigen würde, während US-amerikanische Datencenter-Chipentwickler wie AMD und Nvidia einmal mehr leer ausgehen dürften.
Die geplante Finanzspritze für die Branche kann daher auch als ein weiteres Förderprogramm für die heimische KI-Hardware-Industrie verstanden werden, die rasch an Bedeutung gewinnt – nicht nur aus Gründen der nationalen Sicherheit und der Unabhängigkeit von Lieferketten, sondern auch als Antwort auf die Speicherkrise, die sich negativ auf Hardware-Hersteller wie Xiaomi und Lenovo auswirkt.
Die Citigroup spricht von einem "monumentalen Katalysator"
Die US-amerikanische Großbank Citigroup bewertet die Pläne als "monumentalen Katalysator für Chinas digitale Infrastruktur". Allerdings betonte Bloomberg in seinem Bericht, dass sich der Entwurf zur staatlichen Förderung noch in einem frühen Stadium befinde und Änderungen ausgesetzt sein könnte. Finanziert werden soll das Programm durch einen Mix aus langlaufenden Staatsanleihen, Mitteln aus staatlichen Investitionsfonds und Kredite privater Banken.
Als potenzielle Börsengewinner haben Anlegerinnen und Anleger am Dienstag vor allem die beiden Cloud-Computing-Anbieter VNET und GDS Holdings identifiziert, die knapp 5 beziehungsweise 4 Prozent zulegten. Ebenfalls profitieren und sich dem erneuten Abverkauf bei US-Technologiewerten entziehen konnten sich mit Kursgewinnen von jeweils 1,7 Prozent auch Tencent, NetEase und Baidu. Alibaba hingegen wurde mit geringfügigen Abschlägen gehandelt – nichtsdestotrotz macht die Aktie gegenwärtig einen besonders aussichtsreichen Eindruck.
Fazit: Investoren sollten verstärkt auch auf China setzen
China will massiv in den Ausbau sein KI-Infrastruktur profitieren und erwägt hierzu ein Förderprogramm mit einem Volumen von bis zu 295 Milliarden US-Dollar. Das mag zwar deutlich geringer sein als die Investitionsausgaben von US-Hyperscalern wie Alphabet, Amazon, Meta Platforms und Microsoft, könnte aufgrund eines weniger wettbewerbsorientierten Ansatzes zwischen Unternehmen langfristig aber den größeren Nutzen bringen.
Anlegerinnen und Anleger, die in KI investieren wollen, sollten sich angesichts hoher Unternehmensbewertung insbesondere in der Hardware-Lieferkette zunehmend auch außerhalb den USA, Japan und Südkorea umsehen. Das Reich der Mitte empfiehlt sich hierfür zunehmend als relevante Adresse.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


