Kurz vor dem Durchbruch
Roboter statt Autos? Xpeng macht den nächsten großen Schritt
Xpeng-Chef He Xiaopeng übernimmt persönlich die Robotersparte. Der Konzern drängt auf die Serienfertigung humanoider Roboter und setzt auf neue Erlösquellen.
- He Xiaopeng übernimmt persönlich die Robotersparte
- Serienfertigung der IRON-Roboter bis Ende 2026
- Operativer Druck durch Umsatzrückgang und Verluste
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Der chinesische Elektroautohersteller Xpeng treibt seine Ambitionen im Robotikgeschäft weiter voran. Konzernchef He Xiaopeng wird die Robotersparte ab sofort persönlich führen. Das kündigte der Manager laut einem internen Schreiben an, das Reuters einsehen konnte.
Die Entscheidung fällt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Xpeng bereitet die Kommerzialisierung seiner humanoiden Roboter vom Typ IRON vor. Die menschenähnlichen Maschinen wurden erstmals im vergangenen Jahr vorgestellt.
Chef sieht klaren Weg zum Erfolg
In seinem Schreiben begründete He den Schritt mit der rasanten Entwicklung des Marktes. "Die [Roboter-]Branche wird immer attraktiver und wettbewerbsintensiver, und wir haben die Richtung und den Zeitpunkt des Erfolgs klar erkannt, doch es bedarf noch einer mühsamen Umsetzung und einer außerordentlich hohen Entscheidungsfähigkeit", schrieb er.
He übernimmt die Funktion des Geschäftsführers der Robotersparte mit sofortiger Wirkung. Dies geschehe "am Vorabend der Massenproduktion und Kommerzialisierung" der IRON-Roboter, erklärte der Manager.
Abgang eines Schlüsselmanagers
Die Personalentscheidung folgt auf Spekulationen über den Abschied eines wichtigen Projektverantwortlichen. Xpeng bestätigte am Mittwoch, dass Shi Xiaoxin seinen Posten als Senior Director für die Produktplanung im Robotikbereich verlassen hat. Weitere Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht.
Shi galt als einer der zentralen Manager hinter dem IRON-Projekt.
Xpeng setzt auf "Physische KI"
Der Autobauer baut sein Geschäft zunehmend über klassische Elektrofahrzeuge hinaus aus. Im Fokus steht die sogenannte "Physische KI". Dazu zählen humanoide Roboter, Robotaxis und fliegende Autos.
Xpeng plant, die Serienfertigung der IRON-Roboter bis Ende 2026 zu starten. Nach Angaben von He sollen die Maschinen zunächst testweise in den eigenen Verkaufsfilialen eingesetzt werden. Ab 2027 könnten erste kommerzielle Kunden in China und im Ausland beliefert werden.
Der Konzernchef hatte Ende Mai erklärt, dass Robotik-Hardware und die dazugehörigen KI-Modelle künftig zu den wichtigsten Treibern für Umsatz und Bruttomarge werden sollen.
Kerngeschäft zuletzt unter Druck
Der Vorstoß in die Robotik erfolgt allerdings in einer Phase operativer Herausforderungen. Im ersten Quartal sank der Umsatz von Xpeng im Jahresvergleich um 17,6 Prozent. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust aus.
Damit fiel das Unternehmen hinter den Fortschritt des Vorquartals zurück. Im vierten Quartal hatte Xpeng erstmals in seiner Geschichte die Gewinnschwelle auf Quartalsbasis erreicht.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die XPeng ADR Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -3,27 % und einem Kurs von 13,00EUR auf Tradegate (10. Juni 2026, 09:38 Uhr) gehandelt.

