Italiener machen Ernst
Commerzbank-Krimi: Unicredit schraubt Anteil auf 37 Prozent
Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht in eine neue Phase. Die Unicredit hält nun mehr als 37 Prozent an der deutschen Großbank – obwohl das Tauschangebot unter dem aktuellen Börsenkurs liegt.
- Unicredit hält nun rund 38 Prozent an Commerzbank
- Tauschangebot liegt deutlich unter Börsenkurs
- Commerzbank vermutet angediente Anteile von Partnern
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Unicredit hält inzwischen mehr als ein Drittel der Commerzbank-Aktien. Gut zehn Prozent der Anteile wurden dem Mailänder Institut im Rahmen des seit Anfang Mai laufenden Übernahmeangebots angedient, wie Unicredit am Dienstagabend mitteilte. Damit steigt die direkte Beteiligung von knapp 27 auf rund 38 Prozent.
Pikant daran: Das Angebot liegt deutlich unter dem aktuellen Commerzbank-Kurs. Wer das Papier bei rund 36,85 Euro hält, würde beim Tausch in Unicredit-Aktien mehr als zwei Euro pro Anteil verlieren.
Genau das ist der Kern des Vorwurfs, den die Commerzbank-Führung erhebt. Wie das Handelsblatt schreibt, vermuten die Frankfurter, dass die angedienten Anteile nicht von unabhängigen Investoren stammen, sondern von Geschäftspartnern Unicredits – darunter offenbar auch die japanische Investmentbank Nomura.
Unicredit weist die Anschuldigungen scharf zurück. "Die Schwere der Vorwürfe der Commerzbank", so das Institut in einer Stellungnahme, mache eine klare Antwort unumgänglich. Die Commerzbank-Führung dürfe zwar eine Ablehnung des Angebots empfehlen, sei aber nicht befugt, den Übernahmeprozess durch unbegründete Anschuldigungen zu untergraben.
Man halte alle gesetzlichen Vorgaben ein und stehe in engem Kontakt mit der Bafin. Hätte die Behörde Einwände gehabt – etwa wegen eines koordinierten Vorgehens mehrerer Akteure –, wäre Unicredit zu einer entsprechenden Korrektur in seinen Veröffentlichungen verpflichtet gewesen. Das sei nicht geschehen.
Neben der direkten Beteiligung hält Unicredit weitere Finanzinstrumente: Derivate im Umfang von gut drei Prozent, die in echte Commerzbank-Aktien umgewandelt werden können, sowie weitere Derivate über rund 13 Prozent, die bar abgerechnet werden.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
