Milliarden für Rechenzentren
Ein Deal mit Signalwirkung: Meta stärkt seine KI-Offensive
Meta sichert sich ein riesiges KI-Rechenzentrum in Indien. Der Deal mit Reliance könnte die Rolle des Landes im globalen KI-Wettlauf weiter stärken.
- Meta sichert 168 MW KI-Rechenzentrum in Jamnagar
- Reliance baut Anlage in zwei Jahren mit Ausbauoption
- Meta investiert in 1 GW erneuerbare Energieprojekte
- Report: Achtung, Korrektur!
Laut einem Bericht von CNBC verstärkt Meta seine Investitionen in Indien und sichert sich ein neues KI-Rechenzentrum mit einer Leistung von 168 Megawatt. Wie das Unternehmen mitteilte, wird der indische Mischkonzern Reliance Industries die Anlage im westindischen Jamnagar errichten und innerhalb von 2 Jahren fertigstellen. Zudem besteht die Möglichkeit, die Kapazitäten später auszubauen.
Mit dem Projekt baut Meta seine globale Infrastruktur für Künstliche Intelligenz weiter aus. Konzernchef Mark Zuckerberg erklärte: "Diese erstklassige Anlage in Jamnagar wird uns dabei helfen, unsere KI-Infrastruktur weltweit auszubauen und gleichzeitig unser langfristiges Engagement für die indische Wirtschaft zu vertiefen."
Langjährige Partnerschaft wird ausgebaut
Die Zusammenarbeit zwischen Meta und Reliance reicht bereits mehrere Jahre zurück. Im Jahr 2020 investierte Meta 5,7 Milliarden US-Dollar in Jio Platforms, die Telekommunikations- und Digitalsparte des von Milliardär Mukesh Ambani kontrollierten Konzerns.
2025 vertieften beide Unternehmen ihre Partnerschaft erneut. Über ein Gemeinschaftsunternehmen wurden Metas Open-Source-KI-Modelle indischen Unternehmen und Entwicklern zugänglich gemacht.
Reliance-Chef Ambani bezeichnete die neue Investition als einen "Meilenstein für Indiens digitale Infrastruktur".
Indien wird zum Magneten für Hyperscaler
Der Deal unterstreicht die wachsende Bedeutung Indiens als Standort für Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Nach Angaben von Meta flossen allein im vergangenen Jahr rund 400 Milliarden US-Dollar in das KI-Ökosystem des Landes. Ein Großteil des Kapitals wurde in Rechenzentren und die dafür notwendige Energieversorgung investiert.
Auch Analysten sehen erhebliches Wachstumspotenzial. Die Investmentbank Nomura schrieb Anfang Juni, die indische Rechenzentrumsbranche entwickle sich zu einer der am schnellsten wachsenden weltweit. Die Kapazität der Rechenzentren könnte demnach bis 2030 auf 7 Gigawatt steigen. Als Vorteil nennt Nomura die vergleichsweise niedrigen Kosten gegenüber vielen asiatisch-pazifischen und westlichen Märkten.
Zusätzlichen Rückenwind erhält die Branche durch politische Unterstützung. Die indische Regierung hatte Anfang des Jahres eine 20-jährige Steuerbefreiung für Hyperscaler angekündigt, die Rechenzentren im Land für internationale Kunden nutzen.
Fokus auf erneuerbare Energien
Parallel zum Ausbau seiner Infrastruktur investiert Meta auch in die Energieversorgung. Das Unternehmen arbeitet mit den indischen Energieanbietern CleanMax und Fourth Partner Energy an Projekten für erneuerbare Energien mit einer Gesamtleistung von nahezu 1 Gigawatt. Die Anlagen sollen Metas wachsende Infrastruktur in Nord- und Südindien mit sauberem Strom versorgen.
Nach Angaben des Konzerns stehen die Projekte im Einklang mit dem globalen Ziel, sämtliche Geschäftsaktivitäten vollständig mit erneuerbaren Energien abzudecken.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

