"Extrem hohes Risiko"
Gold könnte bis September massiv abstürzen – selbst Citi wird nervös
Der starke US-Dollar, steigende Realzinsen und die Hormus-Krise könnten Gold laut Citi massiv belasten. Wie tief es in den kommenden Monaten gehen könnte.
- Citi warnt vor Absturz auf 3500 US-Dollar je Unze
- Blockade in Hormus stärkt Dollar und treibt Zinsen
- Gold verliert kurzfristig Ruf als sicherer Hafen
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Der Goldpreis gerät trotz der Eskalation im Nahen Osten immer stärker unter Druck. Analysten der Citigroup warnen inzwischen sogar vor einem möglichen Absturz auf 3.500 US-Dollar je Unze bis September – ein Rückgang von rund 16 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Besonders bemerkenswert: Ausgerechnet in einer Phase wachsender geopolitischer Spannungen verliert Gold seinen Ruf als sicherer Hafen. Während die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe zuletzt weiter verschärften, fielen die Preise für Gold und Silber deutlich. Spot-Gold rutschte unter die Marke von 4.200 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit Ende März.
Citi sieht die größte Gefahr in einer anhaltenden Krise rund um die Straße von Hormus. Sollte die wichtige Handelsroute über den Sommer hinweg blockiert bleiben, könnten hohe Energiepreise, steigende Realzinsen und ein stärkerer US-Dollar die Nachfrage nach Gold massiv belasten. "Die kurzfristige Risikoverteilung erscheint daher negativ", schrieben die Analysten. Gold stelle derzeit "ein extrem hohes Risiko" dar – zumindest für Anleger ohne langfristigen Anlagehorizont und breite Stopps.
Zusätzlichen Druck erzeugen robuste US-Konjunkturdaten. Der zuletzt überraschend starke Arbeitsmarktbericht schürte erneut Sorgen vor höheren Zinsen in den USA. Genau das belastet Gold traditionell besonders stark, weil das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft.
Citi senkte deshalb auch das Dreimonats-Kursziel für Gold von 4.300 auf 4.000 US-Dollar je Unze. Langfristig bleiben die Analysten zwar bullish, kurzfristig warnen sie jedoch vor weiterem Abwärtspotenzial.
Der langjährige Gold-Bulle Peter Schiff widerspricht dieser Einschätzung teilweise. Zwar stehe Gold wegen des Krieges aktuell unter Druck, die langfristigen Aussichten hätten sich seiner Ansicht nach aber sogar verbessert. "Aber die bullishen Aussichten für Edelmetalle sind durch den Krieg sogar deutlich besser geworden, und je länger er dauert, desto besser werden sie", schrieb Schiff auf X.
An den Märkten dominiert derzeit dennoch die Nervosität. Der jüngste Kursrutsch kratzt zunehmend am Ruf von Gold als ultimativer sicherer Hafen. Viele Anleger fragen sich inzwischen, warum das Edelmetall trotz Krieg, geopolitischer Eskalation und wachsender Unsicherheit weiter unter Druck gerät.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

