Altcoins schon verkauft
KI hat alle Dollar aufgesaugt – jetzt droht Bitcoin der freie Fall, warnt Hayes
Arthur Hayes erwartet keinen Crash, sondern ein langsam bröckelndes Finanzsystem. Genau davon könnte Bitcoin laut ihm massiv profitieren.
- Hayes erwartet schleichenden Zerfall des Finanzsystems
- KI-Boom entzieht Marktliquidität und Kapital stark
- Verkauf von Altcoins als defensive Kapitalmaßnahme
- Report: Achtung, Korrektur!
Die Warnungen rund um den Kryptomarkt werden immer drastischer. Arthur Hayes, Mitgründer der Kryptobörse BitMEX und Chief Investment Officer von Maelstrom, hat mehrere Altcoins verkauft und warnt nun offen vor einem möglichen Platzen der KI-Blase – mit potenziell schweren Folgen für Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt.
Hayes trennte sich zuletzt von seinen Positionen in Hyperliquid, Near Protocol und Worldcoin sowie von seiner Beteiligung an Zcash. Die Verkäufe bezeichnete er als defensive Maßnahme. Der Kapitalerhalt habe aktuell Vorrang vor aggressiven Wetten auf steigende Kurse.
Seiner Ansicht nach hat der Boom rund um künstliche Intelligenz dem Kryptomarkt massiv Liquidität entzogen. Seit Ende 2022 seien rund 1,5 Billionen US-Dollar Schulden zur Finanzierung des weltweiten KI-Ausbaus aufgenommen worden – nahezu identisch mit dem Anstieg der Geldmenge in diesem Zeitraum. Hayes argumentiert deshalb, dass KI "alle geschaffenen US-Dollar aufgesaugt hat".
Besonders gefährlich seien nun drei mögliche Auslöser für ein Platzen der KI-Blase: eine Eskalation rund um die Straße von Hormus mit stark steigenden Energiepreisen, eine Überforderung der Märkte durch Mega-Börsengänge wie SpaceX, Anthropic und OpenAI sowie ein möglicher politischer Kurswechsel von Donald Trump gegen KI-Konzerne vor den Zwischenwahlen.
"Wenn KI-Aktien einbrechen, wird es kein überschüssiges Kapital mehr geben, um in Bitcoin zu investieren", warnte Hayes. Banken würden ihre Kreditvergabe zurückfahren und erkennen, dass viele Finanzierungen auf unrealistischen Erwartungen basiert hätten.
Die Nervosität am Markt wächst ohnehin bereits deutlich. Bitcoin verlor in den vergangenen 7 Tagen bis Sonntag allein 16 Prozent und fiel zeitweise unter die wichtige Marke von 60.000 US-Dollar – der stärkste Wochenverlust seit dem FTX-Zusammenbruch im Jahr 2022. Seitdem hat die größte Kryptowährung der Welt etwa sBoden gut gemacht. Analysten sehen dennoch ein mögliches Signal für eine neue Bärenphase.
Zusätzlichen Druck erzeugen steigende Zinserwartungen in den USA. Robuste Konjunkturdaten und die Eskalation zwischen den USA und dem Iran haben die Hoffnungen auf Zinssenkungen gedämpft. Höhere Zinsen gelten traditionell als Belastung für spekulative Anlagen wie Kryptowährungen.
Trotz seiner pessimistischen Einschätzung hält Hayes weiter an Ethereum fest – obwohl er Ether selbst als "tot, aber funktionsfähig" bezeichnete. Langfristig setzt er darauf, dass eine neue Finanzkrise die Zentralbanken erneut zu massiver Geldschöpfung zwingen wird. In diesem Szenario könnte Bitcoin zunächst weiter abstürzen, später aber stark profitieren.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

