Starlink, KI, Verteidigung
SpaceX vor Mega-Börsengang: Investoren reißen Musk die Aktien aus der Hand
SpaceX ist vor dem geplanten Börsenstart am Freitag gefragter als gedacht. Anleger wittern den nächsten Musk-Triumph. Doch die Bewertung wirft eine brisante Frage auf.
- Enorme Nachfrage: Orders über 250 Mrd beim Börsengang
- SpaceX vereint Satelliteninternet, KI und Verteidigung
- Hohe Bewertung und komplexe Risiken belasten Börsengang
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Der geplante Börsengang von SpaceX stößt laut Reuters auf enorme Nachfrage. Investoren sollen Aufträge von mehr als 250 Milliarden US-Dollar signalisiert haben. Damit liegt das Interesse weit über der angestrebten Kapitalaufnahme von 75 Milliarden US-Dollar.
Die Nachfrage entspricht demnach dem dreieinhalb- bis vierfachen des geplanten Emissionsvolumens. Besonders langfristig orientierte Fonds sollen große Orders abgegeben haben.
SpaceX befindet sich weiter in der Vermarktungsphase. Am Dienstag kamen wohl Präsidentin Gwynne Shotwell und Finanzchef Bret Johnsen bei Morgan Stanley in New York mit rund 300 institutionellen Investoren zusammen. Die Preisfestsetzung wird für Donnerstagnachmittag erwartet. Die endgültigen Zuteilungen stehen erst dann fest.
Grant Bowers, Portfoliomanager bei Franklin Templeton, sieht SpaceX längst nicht mehr nur als Raumfahrtunternehmen. Starlink habe die Wahrnehmung der Branche grundlegend verändert. Heute stehe SpaceX an der Schnittstelle von Kommunikationsinfrastruktur, Verteidigungstechnologie, Künstlicher Intelligenz, Transport und Datenverbindungen.
Das macht den Konzern schwer vergleichbar. Viele Unternehmen lassen sich klar einem Sektor zuordnen. Bei SpaceX gilt das nach Einschätzung von Bowers immer weniger. Der Konzern verbindet wiederverwendbare Raketen, Satelliteninternet, Telekommunikation und strategische Infrastruktur.
Franklin Templeton sieht darin eine schwer kopierbare Wettbewerbsposition. Der Größenvorteil bei Raketenstarts und die führende Rolle in der Satellitenkommunikation könnten SpaceX langfristig weit über die klassische Raumfahrt hinaus tragen. Auch neue Bereiche wie direkte Mobilfunkdienste über Satelliten oder weltraumgestützte Dateninfrastruktur kommen aus Sicht von Bowers infrage.
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Bei voller Entfaltung seines Potenzials könnte SpaceX nach Einschätzung von Franklin Templeton als eines der größten und strategisch wichtigsten Unternehmen der Welt an die Börse gehen. Zugleich zeigt der Fall, wie stark sich die Kapitalmärkte verändern. Viele große Wachstumsfirmen bleiben heute länger privat. Ein großer Teil der Wertsteigerung entsteht damit, bevor normale Börsenanleger einsteigen können.
Bowers verweist aber auch auf Risiken. SpaceX muss mehrere komplexe Geschäftsbereiche gleichzeitig steuern. Dazu kommen Regulierung, hohe Investitionskosten, geopolitische Fragen und nationale Sicherheitsinteressen. Auch die Bewertung bleibt ein zentraler Punkt, wenn die Erwartungen weiter steigen.
Franklin Templeton beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit mehr als einem Jahrzehnt mit SpaceX. Damals habe es Starlink noch nicht gegeben. Viele Investoren hätten den Konzern nur als Raumfahrtfirma mit großen Träumen gesehen.
Entscheidend war für Bowers aber schon damals die größere Idee: Sinkende Kosten für den Zugang zum Weltraum könnten neue Geschäftsmodelle in Kommunikation, Verteidigung, Dateninfrastruktur und Künstlicher Intelligenz ermöglichen.
Der Börsengang wird damit zum Stresstest für den Markt. SpaceX bietet Anlegern Zugang zu einem der ambitioniertesten Technologiekonzerne der Welt. Die riesige Nachfrage zeigt aber auch, wie viel Zukunft bereits heute eingepreist wird.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
