ROUNDUP/Milliardendeal
Großaktionär Frasers will Hugo Boss übernehmen
- Frasers bietet 38 Euro je Hugo Boss Aktie freiwillig
- Frasers hält rund 26 Prozent und braucht 74 Prozent
- Übernahme bewertet Hugo Boss bei rund 2,7 Mrd
METZINGEN (dpa-AFX) - Der Großaktionär Frasers Group will den schwäbischen Modehersteller Hugo Boss übernehmen. Frasers will im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie bieten, wie das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilte. Das Angebot gilt für alle Aktien, die Frasers nicht bereits besitzt. Zuletzt kamen die Briten nach eigenen Angaben auf einen direkten Anteil von gut 26 Prozent. Die im MDax notierte Hugo-Boss-Aktie sprang nachbörslich hoch.
Auf der Handelsplattform Tradegate stieg sie nach der Mitteilung um zeitweise mehr als sechs Prozent auf über 38 Euro. Den Xetra-Handel beschlossen hatte sie mit einem Kurs von 36,46 Euro - in etwa so viel wie zu Jahresbeginn. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier knapp 9 Prozent verloren.
Zwischen dem Großaktionär und der Führungsspitze von Hugo Boss war es in jüngerer Zeit zu Unstimmigkeiten gekommen. So hatte Frasers dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm im Dezember das Vertrauen entzogen. Streit gab es unter anderem um die Dividendenzahlung. Frasers ruderte jedoch am Dienstag zurück und drückte Unterstützung für Sturm und Dividendenpolitik aus.
Frasers verfügt nach eigenen Angaben vom Mittwoch auch über weitere Finanzinstrumente für Hugo-Boss-Aktien. Die Briten hatten sogenannte Put-Optionen verkauft, ihnen hätten also von Aktionären und Inhabern der Optionen zu einem gewissen Preis Aktien angedient werden können. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile hätte Frasers dann ohnehin ein Pflichtangebot an die restlichen Aktionäre unterbreiten müssen. Frasers habe sich für ein freiwilliges Angebot entschieden, um das Investment in Hugo Boss zu festigen, hieß es von den Briten.
Frasers gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley, der bereits mehrere Mode-Engagements unter seinen Fittichen hat. Frasers gehört etwa auch der Onlinehändler Sports Direct. Frasers sei ein langfristig orientierter Investor von Hugo Boss und stehe weiter zu Aufsichtsratschef Sturm sowie Vorstandschef Daniel Grieder, hieß es.
Für die restlichen knapp 74 Prozent der Hugo-Boss-Anteile müsste Frasers rund 1,98 Milliarden britische Pfund hinblättern, umgerechnet 2,3 Milliarden Euro. Der gesamte Edelschneider würde so mit rund 2,7 Milliarden Euro bewertet. Einer Mindestschwelle unterliegt das Angebot nicht. Aufsichtsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen./men/gl
Zusätzliche Unternehmensinformationen zur Hugo Boss Aktie
Die Hugo Boss Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,47 % und einem Kurs von 31.241 auf Ariva Indikation (10. Juni 2026, 20:14 Uhr) gehandelt.
Auf 7 Tage gesehen hat sich der Kurs der Hugo Boss Aktie um +0,26 % verändert. Der Verlust auf 30 Tage beträgt -1,27 %.
Die Marktkapitalisierung von Hugo Boss bezifferte sich zuletzt auf 2,67 Mrd..

