Cloud-Umsatz verdoppelt
KI-Rechenzentren fressen Milliarden: Oracle-Aktie bricht 10 % ein!
Oracle übertrifft die eigenen Ausgabenziele um Milliarden und kündigt noch höhere Investitionen an. Trotz starker Quartalszahlen schicken Anleger die Aktie nachbörslich auf Talfahrt.
- Oracle übertrifft Ausgabenziel für KI‑Infrastruktur
- Aktie fällt nachbörslich rund zehn Prozent auf 180
- Cloudumsatz steigt 93 Prozent Auftragsbestand 638 Mrd
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Oracle hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich mehr Geld für den Aufbau seiner KI-Infrastruktur ausgegeben als geplant. Die Investitionsausgaben beliefen sich auf 55,56 Milliarden US-Dollar, rund zwölf Prozent mehr als das eigene Ziel von 50 Milliarden. An der Börse reagierten Anleger prompt: Die Aktie verlor nachbörslich rund zehn Prozent auf 180 US-Dollar. Schon im regulären Handel hatten die Papiere etwa 2 Prozent nachgegeben.
Für das laufende Geschäftsjahr, das im Mai 2027 endet, hat Finanzvorständin Hilary Maxson Ausgaben von rund 70 Milliarden US-Dollar netto angekündigt, ebenfalls mehr als erwartet worden war.
Um den Kapitalbedarf zu decken, hat Oracle im vergangenen Jahr enorme Summen an Fremdkapital und Eigenkapital aufgenommen. Laut dem Bloomberg US High-Grade Corporate Bond Index belaufen sich die Schulden auf rund 117 Milliarden US-Dollar. Oracle wäre demnach der größte Emittent außerhalb des Finanzsektors.
Trotz der Kapitalsorgen übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen. Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 21 Prozent auf knapp 19,2 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,03 US-Dollar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,97 US-Dollar.
Das Cloud-Infrastrukturgeschäft wuchs besonders stark: Der Umsatz dort legte um 93 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar zu. Der Auftragsbestand erreichte mit 638 Milliarden US-Dollar einen deutlich höheren Wert als von Analysten erwartet. Den Großteil der neuen Buchungen entfallen laut Oracle auf großvolumige KI-Verträge, bei denen Kunden teure Serverkapazitäten im Voraus bezahlen.
Das Flagschiffprojekt des Konzerns ist das Stargate-Rechenzentrum. Gemeinsam mit OpenAI und weiteren Partnern errichtet Oracle in Texas eines der größten KI-Data-Center der Welt. CEO Clay Magouyrk sagte auf der Analystenkonferenz, das Projekt werde in den nächsten 90 Tagen zu mehr als drei Viertel fertiggestellt sein.
Analyst Brent Thill von Jefferies hält die nachbörsliche Kursreaktion für übertrieben und bekräftigte sein Kursziel von 320 Dollar, was vom aktuellen Niveau von rund 180 US-Dollar einem Aufwärtspotenzial von gut 75 Prozent entspräche.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Oracle Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -2,21 % und einem Kurs von 201,3USD auf NYSE (11. Juni 2026, 02:04 Uhr) gehandelt.
