Schwächste Woche seit FTX
So soll der SpaceX-IPO dem Bitcoin wieder auf die Sprünge helfen
Bitcoin hat die schwächste Woche seit dem FTX-Crash hinter sich – und nähert sich einer historisch kritischen Kursmarke. Ausgerechnet ein Milliarden-Börsengang könnte jetzt für Entspannung sorgen.
- Bitcoin mit schwächster Woche seit FTX-Crash
- SpaceX IPO bindet Liquidität aus Kryptoportfolios
- Nachfrage fiel um 650000 BTC, IPO zieht Liquidität
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Während der größte IPO der Börsengeschichte in dieser Woche die Schlagzeilen dominiert, geraten Bitcoin und Co. unter Druck. Zwar konnte sich der Bitcoin-Preis am Donnerstagmorgen rund 2,5 Prozent erholen gegenüber dem Vortag, doch auf Wochensicht steht immer noch ein Minus zu Buche. Der Nasdaq-Debüt von Elon Musks Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX mit einer anvisierten Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar zieht Risikokapital aus dem Kryptosektor – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Der Bitcoin notierte zuletzt rund 52 Prozent unterhalb seines im Oktober markierten Rekordstands. Seit Anfang Juni verlor die älteste Kryptowährung rund 15 Prozent an Wert, ein Rückgang dieser Größenordnung war zuletzt beim Zusammenbruch der Kryptobörse FTX im November 2022 zu beobachten.
Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, ordnet die Lage gegenüber BTC-Echo nüchtern ein: "Der Boden könnte preislich nahe sein. Für einen Regimewechsel in einen Bullenmarkt braucht es jedoch eine konstruktive Erholung der Nachfrage. Diese ist in den Daten noch nicht sichtbar."
Und die Nachfragedaten sind tatsächlich besorgniserregend. Die kombinierte Bitcoin-Nachfrage aus Futures-Aktivität und Spot-Käufen brach in der vergangenen Woche um mehr als 650.000 BTC ein – der stärkste Wochenrückgang seit Anfang 2022. Nachdem Bitcoin unter die Marke von 60.000 US-Dollar gefallen war, wurden Long-Positionen zwangsliquidiert und Spotverkäufe beschleunigt.
Auf der Liquiditätsseite rückt der geplante Börsengang von SpaceX in den Fokus. Der Raumfahrtkonzern hat bis zu 30 Prozent des IPO-Volumens, umgerechnet rund 22,5 Milliarden US-Dollar, für Privatanleger reserviert. Genau diese Zielgruppe ist es, die auch Kryptomärkte bewegt.
Wer Anteile am IPO zeichnen will, muss dafür Liquidität freisetzen. Und die kommt häufig aus risikobehafteten Positionen wie Bitcoin oder Ether, erklärte Spencer Hallarn, Global Head of OTC Trading beim Kryptohandelshaus GSR, gegenüber Reuters: "Krypto ist für viele eine Finanzierungswährung. Für diesen IPO müssen 75 Milliarden US-Dollar aufgetrieben werden – das Geld muss irgendwo herkommen."
Allerdings sehen andere Experten genau hier eine Chance für Bitcoin. Der Musk-IPO ist jetzt schon um ein vielfaches überzeichnet. Viele Anleger dürften am Freitag wohl leer ausgehen und müssen ihr Kapital dementsprechend woanders parken. Hier könnten dem Krypto-Markt zum Wochenende also wieder Zuflüsse winken, Kursgewinne inklusive.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
