Erst Gold, dann Aktien
Gold fiel vor Asienkrise, Finanzkrise & Corona-Crash: Beim KI-Crash 2026 auch?
Asienkrise 1997, Finanzkrise 2008, Corona-Crash 2020: Vor großen Börsenbeben fiel Gold oft zuerst. Wiederholt sich dieses Muster jetzt vor dem möglichen KI-Crash 2026 erneut?
Gold gilt als sicherer Hafen. Doch ausgerechnet vor großen Börsencrashs passiert historisch oft das Gegenteil: Das Edelmetall fällt zuerst und erholt sich dann realtiv schnell wieder.
Genau dieses Muster sorgt jetzt für Unruhe. Im Juni 2026 ist der Goldpreis unter die psychologisch wichtige 200-Tage-Linie gerutscht und hat bei rund 4.022 US-Dollar ein Sechsmonatstief markiert. Für viele Anleger ist das ein Warnsignal, das unangenehm vertraut klingt.
Denn 1997 während der Asienkrise, 2008 während der Finanzkrise und 2020 während des Corona-Crashs zeigte sich ein ähnlicher Ablauf. In der ersten Panikphase wurden nicht nur Aktien verkauft. Auch Gold geriet unter Druck.
Der Grund dafür ist paradox, aber typisch für Crashs. Wenn Aktien fallen, geraten große Investoren in Liquiditätsnot. Margin Calls müssen bedient werden. Es wird Cash gebraucht. Dann wird verkauft, was schnell Geld bringt – und das sind oft auch die bisherigen Gewinner. So kann Gold vom Schutzanker zum Geldautomaten werden!
Hinzu kommen Zinsängste, ein stärkerer US-Dollar sowie technische Verkaufssignale. Wenn eine Marke, wie die 200-Tage-Linie, durchbrochen wird, können automatische Orders die Bewegung verstärken.
Historisch lief das Muster häufig in drei Phasen ab: Zunächst fällt alles. Dann stabilisiert sich der Markt. Anschließend profitiert Gold oft von Zinssenkungen, Inflationsangst und Misstrauen gegenüber Papiergeld.
Der Dotcom-Crash war eine Ausnahme, weil Gold zu diesem Zeitpunkt bereits ausgebombt war. Auch 1987 stieg der Goldpreis am Crash-Tag zunächst. Doch die Grundregel bleibt brisant: In der ersten Schockwelle ist Gold nicht immer der Retter, den die Anleger erwarten.
Die große Frage lautet deshalb: Handelt es sich bei dem Rücksetzer nur um eine normale Korrektur – oder ist es das Vorbeben eines KI-Crashs?
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion


