Übernahmefieber
Hugo Boss hebt ab: Kommt jetzt der nächste Übernahme-Knall?
Die Hugo-Boss-Aktie springt zeitweise um sieben Prozent an. Großaktionär Frasers möchte den Modekonzern übernehmen, doch der geringe Aufschlag nährt Spekulationen über eine mögliche höhere Offerte.
Bei Hugo Boss ist plötzlich Fantasie im Kurs. Die Aktie des Modekonzerns legte am Donnerstag zeitweise um sieben Prozent zu, nachdem die Frasers Group ein Übernahmeangebot für Hugo Boss angekündigt hatte.
Der britische Handelskonzern ist mit 26 Prozent bereits jetzt der größte Aktionär von Hugo Boss und bietet 38 Euro je Aktie in bar für die restlichen Anteile. Insgesamt geht es laut CNBC um 1,978 Milliarden Euro beziehungsweise 2,28 Milliarden US-Dollar.
Spannend ist, dass der Aufschlag auf den Schlusskurs vom Mittwoch nur bei rund 4 Prozent liegt. Genau das macht die Offerte an der Börse so spannend. Denn je niedriger die Prämie ausfällt, desto größer ist die Frage, ob dies wirklich schon das letzte Wort ist.
Frasers betont, die nachhaltige Wachstumsstrategie von Hugo Boss sowie Vorstandschef Daniel Grieder und Aufsichtsratschef Stephan Sturm weiterhin zu unterstützen. Das klingt nicht nach einer feindlichen Attacke, sondern nach einem kontrollierten Griff nach mehr Macht.
Analysten von Citi werten die geringe Prämie laut CNBC einerseits als Signal, das weiteren Anteilskäufen Grenzen setzen dürfte, andererseits aber auch Spekulationen auf ein höheres Angebot befeuern kann. Kurzfristig erwarten sie ein moderates Kurspotenzial.
Für Anleger wird Hugo Boss damit vom Turnaround- und Luxus-Massenmarkt-Play zur Übernahmewette. Der Deal muss noch regulatorische Hürden nehmen und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Die große Frage lautet nun: Reicht Frasers mit 38 Euro je Aktie der erste Zug – oder beginnt bei Hugo Boss erst der Poker?
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

