Das ist kein kleiner Dip
Diese Wette schockt: Gold könnte weitere 40 Prozent fallen
Gold ist auf den tiefsten Stand seit Monaten gefallen. Gleichzeitig bauen Optionshändler immer aggressivere Wetten gegen das Edelmetall auf – einige setzen sogar auf weitere 40 Prozent Minus.
- Gold auf tiefstem Stand seit November hoher Druck
- Putkontrakt bis Juni 2028 auf rund 40 Prozent Rückgang
- Gold-Futures fielen 3,5% auf 4108 US-Dollar je Unze
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Am Goldmarkt wächst die Skepsis, Optionshändler wetten inzwischen sogar auf einen jahrelangen Abschwung. Neue US-Inflationsdaten sorgten am Mittwoch für zusätzlichen Verkaufsdruck und schickten Gold auf den tiefsten Stand seit November.
Besonders auffällig ist die Entwicklung am Optionsmarkt des beliebten Gold-ETF GLD. Nach einem weiteren Kursverlust von mehr als drei Prozent dominierten erneut bearishe Wetten. Von rund 200 Millionen US-Dollar gehandelter Optionsprämien entfielen etwa 130 Millionen US-Dollar auf Put-Optionen. Acht der zehn meistgehandelten Kontrakte setzten auf weiter fallende Kurse.
Für Aufmerksamkeit sorgt vor allem ein Put-Kontrakt mit Laufzeit bis Juni 2028 und einem Ausübungspreis von 240 US-Dollar. Diese Position wäre profitabel, wenn der GLD in den kommenden zwei Jahren um weitere rund 40 Prozent fällt. Die Wette verdeutlicht, wie stark sich die Stimmung am Markt gedreht hat. Der ETF notiert inzwischen rund 25 Prozent unter seinem Hoch vom Februar.
Marktbeobachter sehen mehrere Ursachen für die Schwäche. Nigam Arora vom Arora Report verweist auf Goldverkäufe der türkischen Zentralbank zur Stabilisierung der Lira sowie auf Verkäufe aus den Golfstaaten, die durch den Krieg im Nahen Osten zusätzliche Mittel benötigten. Gleichzeitig habe Indien die Goldzölle erhöht. Technisch verschärfte sich die Lage zusätzlich, nachdem wichtige Unterstützungsmarken unterschritten wurden und automatische Verkaufsorders ausgelöst wurden.
Interessanterweise zeigt sich bei Goldminenwerten ein anderes Bild. Im Goldminen-ETF GDX überwogen am Mittwoch die Käufe von Call-Optionen deutlich. Viele Anleger setzen dort offenbar darauf, dass die Minengesellschaften trotz des schwachen Goldpreises weiterhin hohe Gewinne erzielen können.
Zusätzlichen Druck auf Gold brachten die neuen US-Inflationsdaten. Der Verbraucherpreisindex stieg im Mai um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 4,2 Prozent im Jahresvergleich. Höhere Energiekosten infolge des Nahost-Konflikts trugen dazu bei. Die Daten verstärkten die Erwartungen, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten oder sogar weiter anheben könnte. Laut FedWatch-Tool der CME rechnen Händler inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 66 Prozent für eine Zinserhöhung im Dezember.
Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, belasten steigende Zinsen das Edelmetall traditionell. Entsprechend setzte sich der Ausverkauf fort. Die Gold-Futures fielen am Mittwoch um 3,5 Prozent auf 4.108 US-Dollar je Unze und verzeichneten damit den größten Tagesverlust seit Ende März sowie den niedrigsten Schlusskurs seit November 2025.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

