Teurer war der Markt noch nie
Warren Buffetts Indikator steht jetzt dort, wo er nie stehen sollte
Der Buffett-Indikator hat den höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe erreicht. Gleichzeitig zahlen Anleger für künftiges Wachstum so hohe Aufschläge wie zuletzt auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase.
- Buffett-Indikator auf Rekordstand von 232,5 Prozent
- KI-Rallye treibt Techbewertungen auf Blaseniveau
- Anleger zahlen Aufschläge wie zur Dotcom-Blase
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Während Anleger weiterhin Milliarden in KI-Aktien investieren, sendet einer der bekanntesten Bewertungsmaßstäbe von Warren Buffett ein immer deutlicheres Warnsignal. Der sogenannte Buffett-Indikator ist auf rund 232,5 Prozent gestiegen und hat damit laut Daten von GuruFocus den höchsten Stand seit Beginn der verfügbaren Datenreihe im Jahr 1970 erreicht.
Der Indikator setzt die gesamte Marktkapitalisierung des US-Aktienmarktes, gemessen am Wilshire-5000-Index, ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung der USA. Je höher der Wert, desto teurer erscheint der Aktienmarkt im historischen Vergleich. Auf dem aktuellen Niveau stuft GuruFocus den Markt als "deutlich überbewertet" ein und verweist auf die Möglichkeit schwacher oder sogar negativer Renditen in den kommenden zwölf Monaten.
Bekannt wurde die Kennzahl durch einen Fortune-Artikel aus dem Jahr 2001, den Buffett gemeinsam mit der langjährigen Finanzjournalistin Carol Loomis veröffentlichte. Damals bezeichnete der Starinvestor den Buffett-Indikator trotz seiner Einschränkungen als "wahrscheinlich den besten Einzelindikator dafür, wo die Bewertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen".
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung vor dem Hintergrund des anhaltenden KI-Booms. Die Begeisterung für künstliche Intelligenz hat die Bewertungen vieler großer Technologiekonzerne auf immer neue Höhen getrieben. Gleichzeitig ist Berkshire Hathaway weiterhin bei Unternehmen engagiert, die als wichtige Profiteure des KI-Trends gelten. Dazu zählen unter anderem Apple und Alphabet. Zudem sagte Berkshire-Chef Greg Abel eine Investition von 10 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung von Alphabets wachsender KI-Infrastruktur zu.
Dennoch mehren sich die Warnzeichen. Laut einer Analyse des Goldman-Sachs-Strategen Ben Snider befindet sich die Handelsaktivität bei US-Aktien mit hohen Kurs-Umsatz-Verhältnissen inzwischen auf einem Niveau, das zuletzt nur während der Technologieblase im Jahr 2000 beobachtet wurde. Anleger scheinen damit immer höhere Aufschläge für künftiges Wachstum zu zahlen.
Snider verweist darauf, dass die Geschwindigkeit der jüngsten Kursrallye zunehmend Zweifel an der Nachhaltigkeit des Bullenmarktes auslöst. Auch der Buffett-Indikator eignet sich nicht für kurzfristige Marktprognosen. Sein aktueller Rekordwert verdeutlicht jedoch, dass Anleger heute deutlich höhere Bewertungen akzeptieren als noch in früheren Marktphasen.
Ob die KI-Euphorie eine neue Ära rechtfertigt oder ob die Märkte inzwischen zu viel Zukunft eingepreist haben, bleibt offen. Fest steht jedoch: Einer von Warren Buffetts bevorzugten Bewertungsmaßstäben sendet derzeit ein deutlicheres Warnsignal als jemals zuvor.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

