Teures Öl bleibt liegen
China lässt Saudi-Öl liegen: Jetzt wackelt der Markt
China kauft kaum noch saudisches Öl – trotz Preisnachlass. Der Rückzug der Raffinerien sendet ein brisantes Signal an den Ölmarkt.
- China meidet saudisches Rohöl trotz Rabatt
- Sinopec kauft zwei Monate kein saudisches Öl
- Chinas Ölimporte fallen auf mehrjährige Tiefststände
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Die Rohölexporte Saudi-Arabiens nach China dürften im Juli auf einem Rekordtief bleiben, da die hohen Preise infolge des Iran-Konflikts die Nachfrage des weltgrößten Rohölimporteurs weiterhin belasten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Die Zuteilungen, die von den Marktteilnehmern als Indikator für die chinesische Nachfrage genau beobachtet werden, deuten darauf hin, dass die Raffinerien nach Produktionskürzungen und angesichts der Inanspruchnahme inländischer Lagerbestände weiterhin zögern, hochpreisige Rohölfässer zu importieren.
Saudi Aramco wird laut Angaben der Quellen rund 12 Millionen Barrel Öl für die Verladung im Juli nach China liefern, was etwa 387.096 Barrel pro Tag entspricht. Die Quellen baten um Anonymität, da sie nicht befugt waren, mit den Medien zu sprechen. Laut Quellen hat Sinopec, der nach Verarbeitungskapazität größte Raffineriebetreiber der Welt, den zweiten Monat in Folge kein saudisches Rohöl gekauft.
Die Käufe eines weiteren großen Raffineriebetreibers, Rongsheng Petrochemical, lagen ebenfalls deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Die Kaufentscheidungen erfolgten, nachdem Aramco seine offiziellen Verkaufspreise für Asien im Juli gegenüber dem Vormonat um 6 US-Dollar pro Barrel gesenkt hatte, obwohl sie immer noch deutlich über dem Niveau vor dem Krieg lagen. Die Raffinerien in China haben ihre Produktion reduziert, da erhöhte Rohölkosten und eine schwache Kraftstoffnachfrage zu Raffinerieverlusten führten, was im Mai zu den niedrigsten Ölimporten seit zehn Jahren führte.
China sendet hier ein ziemlich klares Preissignal an Saudi-Arabien. Nicht fehlende Verfügbarkeit ist das Problem, sondern dass chinesische Raffinerien saudisches Rohöl zu den aktuellen Aufschlägen offenbar meiden. Saudi Aramco soll für Juli nur rund 12 Millionen Barrel nach China zuteilen, also etwa 387.000 Barrel pro Tag. Das ist zwar etwas mehr als die extrem niedrigen Juni-Mengen, bleibt aber historisch schwach. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2025 lagen Chinas Importe aus Saudi-Arabien laut damaligen Zollzahlen noch bei rund 1,62 Millionen Barrel pro Tag. Die aktuellen Juli-Zuteilungen entsprächen also nur noch einem Bruchteil dieses früheren Niveaus.
Besonders brisant ist der Rückzug von Sinopec. Wenn der größte Raffineriebetreiber der Welt den zweiten Monat in Folge kein saudisches Rohöl kauft, ist das mehr als nur eine normale Monatsverschiebung. Es zeigt, dass selbst die großen staatlichen Abnehmer lieber Produktion kürzen oder Lagerbestände nutzen, als teure Fässer aus dem Nahen Osten zu akzeptieren. Auch Rongsheng Petrochemical soll deutlich unter dem Vorkriegsniveau gekauft haben.
Aramco hat zwar reagiert und die offiziellen Verkaufspreise für Asien für Juli deutlich gesenkt. Der Preisaufschlag für Arab Light wurde um 6 US-Dollar je Barrel auf 9,50 US-Dollar über dem Durchschnitt von Oman/Dubai reduziert. Das war die zweite Senkung in Folge. Trotzdem liegt der Aufschlag weiterhin deutlich über dem Vorkriegsniveau und offenbar noch zu hoch, um chinesische Käufer in größerem Stil zurückzuholen. Dahinter steckt ein größeres Problem: Chinas Ölimporte sind im Mai massiv gefallen. Reuters bezifferte sie auf rund 7,79 Millionen Barrel pro Tag, ein Minus von 29 Prozent und den niedrigsten Stand seit mehr als 8 Jahren. Der Grund ist eine Mischung aus hohen Importkosten, schwacher Kraftstoffnachfrage, niedrigen Raffineriemargen und dem Griff in die Lagerbestände.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Öl (Brent) wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -2,60 % und einem Kurs von 92,32USD auf Lang & Schwarz (11. Juni 2026, 11:28 Uhr) gehandelt.

