Angst vor Panikpreisen
Amerikas Öl-Notreserve fällt auf ein 43-Jahres-Tief – und Hormus bleibt dicht!
Trump hat die strategische Öl-Reserve massiv angezapft, während die Straße von Hormus blockiert bleibt. Je länger die Krise dauert, desto größer wird das Risiko eines Preisschocks, warnen Experten.
- Amerikanische SPR auf tiefstem Stand seit 1983
- Blockade Straße von Hormus steigert Preisschockrisiko
- Globale Öllager sinken, Druck auf Preise und Logistik
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Die USA greifen immer stärker auf ihre strategischen Ölreserven zurück – und genau das sorgt an den Energiemärkten zunehmend für Nervosität. Während die Straße von Hormus nach der Eskalation zwischen den USA und dem Iran blockiert bleibt, ist die amerikanische Notfallreserve auf den niedrigsten Stand seit der Reagan-Ära Anfang der 1980er-Jahre gefallen.
Nach Angaben des US-Energieministeriums wurden seit Beginn des Iran-Krieges bereits 66 Millionen Barrel aus der Strategic Petroleum Reserve (SPR) entnommen. Präsident Donald Trump genehmigte insgesamt die Freigabe von 172 Millionen Barrel über mehrere Monate hinweg, um die Versorgung stabil zu halten und einen weiteren Anstieg der Benzinpreise zu verhindern.
Die strategische Reserve fiel zuletzt auf rund 349 Millionen Barrel und nähert sich damit einem Niveau, das zuletzt 1983 erreicht wurde. Jede weitere Entnahme würde die Reserven auf den tiefsten Stand seit über vier Jahrzehnten drücken.
Besonders brisant ist die Lage, weil gleichzeitig die weltweiten Ölreserven schrumpfen und wichtige Handelsrouten unter Druck geraten. Die Straße von Hormus gilt als zentrale Schlagader für den globalen Öltransport. Trotz zeitweise einzelner Ausweichrouten über Pipelines wächst unter Analysten die Sorge, dass die Märkte früher oder später in Panik geraten könnten.
"Je länger das so weitergeht, desto weniger Mittel hat die Regierung, um damit umzugehen, und desto größer ist das Risiko eines Kostenanstiegs", sagte Patrick De Haan von GasBuddy gegenüber Fortune. Niemand könne derzeit seriös abschätzen, wann genau der kritische Kipppunkt erreicht werde.
Zusätzlichen Druck erzeugt die globale Angebotslage. China sitzt zwar weiterhin auf gigantischen Ölreserven von geschätzt rund 1,4 Milliarden Barrel und konnte seine Importe zuletzt reduzieren. Gleichzeitig gehen die weltweiten Lagerbestände jedoch weiter zurück. Experten warnen deshalb davor, dass die aktuell noch relativ stabilen Ölpreise ein trügerisches Bild vermitteln könnten.
Die strategische Ölreserve der USA wurde nach dem arabischen Ölembargo aufgebaut und erreichte 2009 mit mehr als 726 Millionen Barrel ihren historischen Höchststand. Seitdem wurden die Reserven immer wieder angezapft – zunächst unter Joe Biden wegen Pandemie und Ukraine-Krieg, nun erneut unter Trump wegen der Iran-Eskalation.
An den Energiemärkten wächst damit die Angst, dass ein länger anhaltender Konflikt im Nahen Osten nicht nur die Ölpreise, sondern auch Inflation und globale Lieferketten erneut massiv unter Druck setzen könnte.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

