Startet jetzt der Abverkauf?
Platinpreis verliert den Halt: Wird Platin zum Vorboten für Gold und Silber?
Die Korrektur im Edelmetallsektor nähert sich ihrem großen Finale. Gold, Silber oder auch Platin geraten immer stärker unter Druck. Kommt es zu einem gewaltigen Abverkauf? Der Platinpreis verliert bereits den Halt.
- Platin unterschreitet 1.750 US-Dollar und fällt
- Technisch mögliches Ziel 1.500 bis 1.250 US-Dollar
- Fundamentales Defizit 2026/2027 stützt langfristig
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Platinpreisentwicklung aktuell – „Weihnachts-Rallye“ komplett abverkauft
Als der Platinpreis im Dezember des vergangenen Jahres die 1.750 US-Dollar überwinden konnte, öffnete sich dem Edelmetall die Tür für eine gewaltige Rallye. Kurzzeitig kam sogar die Marke von 3.000 US-Dollar in Reichweite. Doch einsetzende Gewinnmitnahmen vereitelten den Vorstoß über die 3.000 US-Dollar. Der Platinpreis kippte nach unten.
Die 1.750 US-Dollar gerieten zuletzt erneut in den Fokus des Marktes. Platin vermochte es in den letzten Wochen und Monaten nicht, sich gegen die Ausweitung der Korrektur zu stemmen. Dennoch gab es berechtigte „Hoffnungen“ im Platinmarkt, dass die außerordentlich wichtige Marke von 1.750 US-Dollar dem Druck würde standhalten können. Mittlerweile haben sich die Hoffnungen zerschlagen. Der Rücksetzer unter die 1.750 US-Dollar könnte den Abverkauf ausgelöst haben – die nächsten Tage werden es zeigen müssen. Dass das Verkaufssignal jedoch bereits mit Vehemenz seine Wirkung entfaltet, lässt zumindest nicht viel Gutes erwarten. Vergleichbar sind die aktuellen Konstellationen bei Gold und auch Silber.
Während Gold, Silber oder auch Platin wichtige Unterstützungen aufgeben mussten und dadurch weitere Abgaben provozieren, präsentiert sich Kupfer unverändert in robuster Verfassung. Man ist fast geneigt zu sagen, dass der Kupferpreis vor Stärke strotzt.
Platin – Prognose macht Anleger nervös, aber
Die Aussicht auf weiter fallende Preisnotierungen bei Platin mag verunsichern und nervös machen. Aufgrund der aktuellen charttechnischen Konstellation muss mit einer Bewegung auf 1.500 US-Dollar gerechnet werden. Auch ein Anlaufen der 1.250 US-Dollar kann nicht ausgeschlossen werden.
Da aber der Platinmarkt ein strukturelles Defizit aufweist, sieht es unter fundamentalen Aspekten gar nicht so schlecht aus. Nach drei Defizitjahren geht das World Platinum Investment Council in einer aktualisierten Prognose auch für 2026 von einem Defizit aus. Dieses Mal in Höhe von 297.000 Unzen Platin. Und auch 2027 ist mit der Fortsetzung der defizitären Phase am Platinmarkt zu rechnen.
Fazit - Wird Platin zum Vorboten für Gold und Silber?
Platin hat eine wichtige Unterstützung unterschritten. Das könnte auch Gold und Silber noch drohen. So wäre für Gold der Verlust der 4.000 US-Dollar ein herber Rückschlag. Der Silberpreis sollte tunlichst nicht unter die 60 US-Dollar abtauchen. Insofern könnte der Rücksetzer von Platin unter die 1.750 US-Dollar durchaus eine weitere Ausdehnung der Preisschwäche bei Gold und Silber ankündigen. Doch auch für Platin gilt, wie für Gold und Silber auch: Auf mittlere und lange Sicht wäre ein Abverkauf bzw. ein reinigendes Gewitter nicht das schlechteste Szenario, um den Boden für die nächste Preisrallye zu bereiten. Und so dürften gerade für antizyklisch agierende, meinungsstarke Anleger und Investoren spannende Handelstage anbrechen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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