Der Countdown läuft
SpaceX-IPO: 10 , 9 , 8 , 7 , 6 , 5 , 4 , 3 , 2 . . .
In etwa einer Stunde, nach Börsenschluss in den USA, endet die Bookbuilding-Phase für den SpaceX-IPO. Morgen findet dann der erste Handelstag der Aktie an der Nasdaq statt. Analysten geben schon jetzt Einschätzungen ab.
Nach Börsenschluss in den USA legen die Konsortialbanken den endgültigen Schlüssel fest. Dann erfahren die Investoren, wie viele SpaceX-Aktien ihnen zugeteilt werden.
Deutsche Privatanleger konnten SpaceX-Aktien bereits vor Handelsstart zeichnen – je nach Broker zu einem Preisrahmen von 135 bis 162 US-Dollar. Während der Zeichnungsfrist konnten sie Kaufaufträge für die gewünschte Zahl an SpaceX-Aktien abgeben. Bei einigen deutschen Brokern lief diese Frist bereits am Donnerstagmittag aus: Trade Republic nannte 12 Uhr, die ING 13 Uhr. Kunden der Deutschen Bank hatten voraussichtlich noch bis 15 Uhr Zeit, sich am größten Börsengang der Geschichte zu beteiligen.
Auf eine vollständige Zuteilung sollten Investoren allerdings nicht setzen. Dem Vernehmen nach übersteigt die Nachfrage das verfügbare Angebot deutlich. Das IPO gilt als mehrfach überzeichnet. Viele Anleger dürften daher nur einen Teil ihrer Order erhalten – oder im ungünstigsten Fall komplett leer ausgehen.
SpaceX plant, rund 555,6 Millionen Aktien zu platzieren und damit etwa 75 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Die Bewertung des Unternehmens läge damit bei rund 1,75 Billionen US-Dollar. Damit würde Elon Musks Raumfahrtkonzern den bisherigen IPO-Rekord von Saudi Aramco deutlich übertreffen.
Wann startet der Handel – und wann kommt der erste Kurs?
Der Börsengang ist für Freitag, den 12. Juni, an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq geplant. Offiziell beginnt der US-Handel um 15:30 Uhr deutscher Zeit. Bis der erste Kurs der SpaceX-Aktie festgestellt wird, können bei einem IPO dieser Größenordnung allerdings mehrere Stunden vergehen.
Analysten sehen schon jetzt Luft nach oben
Noch bevor die Aktie überhaupt regulär gehandelt wird, gibt es erste Einschätzungen von der Wall Street. So nennt New Street Research laut Barron's ein Kursziel von 165 US-Dollar. Das liegt rund 22 Prozent über dem angepeilten Ausgabepreis. Oppenheimer geht mit 190 US-Dollar sogar noch weiter.
Dabei setzen die Analysten vor allem auf Starlink und KI. New Street rechnet für das Jahr 2030 mit einem Umsatz von 195 Milliarden US-Dollar und einem operativen Gewinn von 65 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung bleibt dennoch ambitioniert: Auf Basis dieser Schätzungen wird SpaceX mit einem Vielfachen gehandelt, das deutlich über dem von Alphabet liegt.
Ein Indiz für die hohe Erwartungshaltung sind auch außerbörsliche Indikationen. In Deutschland wurde die Aktie im Handel per Erscheinen zeitweise deutlich über dem geplanten Ausgabepreis taxiert. Auf der Krypto-Plattform Hyperliquid wurden synthetische SpaceX-Kontrakte am Donnerstagmorgen ebenfalls deutlich über 135 US-Dollar gehandelt. Solche Kurse sind zwar kein verlässlicher Maßstab für den ersten Handelstag, zeigen aber die enorme Spekulation rund um das IPO.
Die Fantasie speist sich dabei vor allem aus Starlink. Der Satelliteninternetdienst zählt inzwischen mehr als zehn Millionen Nutzer und ist der wichtigste Wachstumstreiber des Konzerns. SpaceX erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt die KI-Story: Nach der Integration von xAI will Musk SpaceX auch als Anbieter digitaler Infrastruktur positionieren und das Unternehmen langfristig sogar als Betreiber von KI-Rechenkapazitäten im All etablieren.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

