Iran-Deal am Wochenende
Trump spricht schon von der Unterschrift – Ölpreis rutscht ab
Trump spricht bereits von einer möglichen Unterzeichnung am Wochenende und bezeichnet das geplante Abkommen als "großartige Einigung". Der Ölmarkt reagiert – obwohl Teheran weiter auf die Bremse tritt.
- Ölpreise fallen wegen Hoffnungen auf Iranabkommen
- Spannungen bleiben trotz sinkender Ölpreise
- Märkte setzen auf Diplomatie trotz Unsicherheit
- Report: Achtung, Korrektur!
Die Ölpreise sind am Freitag weiter gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump die Hoffnung auf ein baldiges Friedensabkommen mit dem Iran geschürt hatte. Trump erklärte im Weißen Haus, die USA hätten eine "großartige Einigung" erzielt, die nun nur noch von der "Fertigstellung der Dokumente" abhänge. Eine formelle Unterzeichnung könnte nach seinen Worten bereits am Wochenende in Europa erfolgen.
"Die Meerenge wird offiziell geöffnet, sobald wir unterzeichnen, was bald, sehr bald, vielleicht schon am Wochenende in Europa der Fall sein könnte", sagte Trump. Auf die Frage, ob Irans oberster Führer Mojtaba Khamenei dem Abkommen zugestimmt habe, antwortete er: "Soweit ich weiß, lautet die Antwort ja."
Der Iran dämpfte die Erwartungen jedoch umgehend. Der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, es sei noch keine endgültige Entscheidung über ein Abkommen mit Washington getroffen worden. Zwar seien große Teile des Verhandlungstextes ausgearbeitet, ein endgültiges Ergebnis liege jedoch noch nicht vor. Baghaei warf den USA zudem vor, ihre Positionen während der Verhandlungen mehrfach geändert zu haben.
Gleichzeitig wurden erstmals konkrete Inhalte des möglichen Abkommens bekannt. Nach Angaben iranischer Staatsmedien sieht der Entwurf einer 14-Punkte-Vereinbarung vor, die Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen wieder vollständig für den Schiffsverkehr zu öffnen. Zudem sollen die US-Ölsanktionen gegen den Iran ausgesetzt und Teile eingefrorener iranischer Vermögenswerte freigegeben werden, bevor die abschließenden Verhandlungen beginnen. Weitere Punkte betreffen den Abzug amerikanischer Streitkräfte sowie milliardenschwere Wiederaufbauhilfen für den Iran. Eine Bestätigung der Inhalte durch Washington liegt bislang nicht vor.
Der Präsident bezeichnete die Vereinbarung als "ein sehr starkes Memorandum of Understanding", also als eine weitreichende politische Grundsatzvereinbarung. Gleichzeitig machte Trump deutlich, dass eine zentrale Bedingung der USA bestehen bleibe: "Das Wichtigste ist, dass es im Iran keine Atomwaffen geben wird – weder entwickelte noch gekaufte."
Die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten setzte die Ölpreise unter Druck. Brent-Rohöl fiel unter 897US-Dollar je Barrel, während US-Rohöl in Richtung 84 US-Dollar nachgab. Anleger setzen zunehmend darauf, dass eine Einigung die Risiken für die globale Energieversorgung verringern könnte.
Allerdings bleiben erhebliche Unsicherheiten bestehen. Seit Mitte März hat Trump mehrfach erklärt, ein Abkommen stehe kurz bevor, ohne dass bislang eine Einigung erzielt wurde. Zudem bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus angespannt. Erst in den vergangenen Tagen kam es erneut zu militärischen Zwischenfällen, während der Iran die strategisch wichtige Wasserstraße weiterhin als gesperrt betrachtet.
Dennoch zeigt die Marktreaktion, dass Investoren einem möglichen Durchbruch zunehmend Glauben schenken. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung ließ auch die Aktienmärkte steigen. Entscheidend wird nun sein, ob auf Trumps Ankündigungen tatsächlich eine unterschriebene Vereinbarung folgt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

