BofA rät jetzt zum Kauf
Der Chip-Konzern, den fast niemand mehr im Depot hat
Die Intel-Aktie gehört zu den größten Comeback-Stories des vergangenen Jahres. Trotzdem sind die Papiere kaum in den Portfolios von Großinvestoren zu finden. Genau das könnte die 200%-Rallye weiter antreiben.
- BofA stuft Intel deutlich hoch und erhöht Ziel
- Institutionelle Anleger halten Intel kaum 16 Prozent
- KI-Server und Foundry treiben Intels Wachstum
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Die Bank of America hat die Aktie von Chip-Urgestein Intel gleich doppelt hochgestuft: von "Underperform" auf "Kaufen". Nach einer Verdreifachung des Aktienkurses seit Jahresanfang war den Analysten das Kursziel davongelaufen, es wird nun von 96 auf 135 US-Dollar angehoben und liegt somit rund 17 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.
Auslöser für den Sinneswandel der Analysten ist die Überzeugung, dass Intel von zwei Wachstumstrends gleichzeitig profitieren kann: dem Boom bei Server-Prozessoren für KI-Anwendungen und dem Ausbau des Auftragsfertigungsgeschäfts.
Bis 2030 rechnen die Analysten damit, dass der Markt für Server-CPUs auf über 170 Milliarden US-Dollar anwächst. Intel, so die Einschätzung, könnte sich dabei rund ein Viertel dieses Kuchens sichern – was allein im CPU-Bereich Umsätze jenseits von 40 Milliarden US-Dollar entspräche.
Hinzu kommt das Foundry-Geschäft, also die Auftragsfertigung von Chips, die von Marktführer TSMC dominiert wird. Hier zählen die Analysten eine Reihe potenzieller Großkunden auf: Apple (für die M-Serie), MediaTek sowie weitere Anbieter von ARM-basierten Serverprozessoren. Ein kürzlich angekündigter Technologiepartnerschaft mit dem EDA-Spezialisten Cadence für Intels 14A-Fertigungsnode wird als weiteres positives Signal gewertet.
Die Gewinnerwartung für 2030 hat sich demnach im Vergleich zur vorherigen Schätzung fast verdoppelt. Bis dahin dürfte auch ein Großteil der Fantasie im Foundry-Bereich sichtbar werden, meint das Team um Analyst Vivek Arya.
Darüberhinaus hebt die BofA ein spannendes Detail zu Intel hervor. Die Aktie ist unter institutionellen Investoren derzeit extrem unterrepräsentiert. Obwohl der Konzern eine Marktkapitalisierung von rund 540 Milliarden US-Dollar aufweist und damit zu den fünf größten Halbleiterunternehmen gehört, halten institutionelle Anleger nur knapp 16 Prozent der Aktien.
Zum Vergleich: Bei AMD liegt die Quote bei etwa 39 Prozent, nachdem sie im Jahresvergleich massiv gestiegen ist. Die Bank of America sieht hier Nachholpotenzial: Wenn Fondsmanager Intel wieder stärker in ihre Portfolios aufnehmen, könnte das die Aktie allein durch den Kaufdruck treiben.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
