Ein Roboter, der alles weiß?

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    Saugroboter-Erfinder baut KI-Haustier: Flauschig, klug, riskant?

    Flauschig, schlau und immer dabei: "Familiar" soll zum KI-Freund im Haushalt werden – doch genau das macht den Roboter so brisant.

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    Ein Roboter, der alles weiß? - Saugroboter-Erfinder baut KI-Haustier: Flauschig, klug, riskant?

    Eine neue Generation von Haushaltsrobotern ist im Anmarsch. Eine der neuesten Entwicklungen stammt von Colin Angle, dem Schöpfer des Saugroboters Roomba. Der weiche, flauschige und etwa hundegroße Roboter namens "Familiar" nutzt künstliche Intelligenz, um enge Bindungen zu den Haushaltsmitgliedern aufzubauen, indem er von Raum zu Raum wandert und Informationen über seine Besitzer sammelt. 

    Roboter bergen Risiken. Jede Maschine, die beispielsweise eine Verbindung zum Internet herstellen kann, birgt Sicherheitsrisiken. Eine Studie aus dem Jahr 2009 von der University of Washington zeigte, dass internetfähige Haushaltsroboter aus der Ferne manipuliert werden können, wie das Wall Street Journal berichtet. Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Einsatz von KI diese Sicherheitslücken sogar noch verschärft.

    Das Schlimmste, was ein gehackter Roomba anrichten könnte, wäre, dass er dich in der Nähe der Treppe zum Stolpern bringt. Der "Familiar" hingegen, so sein Entwickler, "ist groß oder mobil genug, um dir bis in die Küche zu folgen oder dich vom Sofa zu einem Spaziergang zu zerren." Ein Sprecher des Unternehmens hinter "Familiar", Familiar Machines & Magic erklärt, dass das System des Produkts aus genau diesem Grund so konzipiert wurde, dass es wann immer möglich lokal auf dem Gerät arbeitet: Standardmäßig sendet der Roboter keine Daten in die Cloud und fragt um Erlaubnis, auf das Internet zugreifen zu dürfen.

    Wie die Sozialrobotikerin Kate Darling in ihrem 2021 erschienenen Buch "The New Breed: What Our History with Animals Reveals about Our Future with Robots" veranschaulicht, braucht es nicht viel, damit Menschen Bindungen zu anthropomorphen Maschinen aufbauen. Laut Darlings Forschung bauen Menschen bereits eine Bindung zu ihren Roomba-Saugrobotern auf – sie geben ihnen Namen, nehmen sie mit in den Urlaub und veranstalten sogar Spieltreffen mit ihnen. Und dabei handelt es sich nur um Roboter, die zum Bodenreinigen entwickelt wurden.

     

    1999 brachte Sony den Roboterhund AIBO auf den Markt. Er war ein voller Erfolg; elegant und ohne Fell verkaufte sich AIBO immer wieder. Trotzdem stellte Sony die Produktion des ursprünglichen AIBO 2016 im Zuge umfassender Sparmaßnahmen ein. Schlimmer noch: Innerhalb weniger Monate wurden auch Service und Reparatur für AIBO eingestellt.

    Die Besitzer waren am Boden zerstört. Sie gründeten Organspendeprogramme und ein AIBO-Krankenhaus. In Japan hielten AIBO-Besitzer Massenbegräbnisse in jahrhundertealten buddhistischen Tempeln ab.

    Der Sprecher vom US-amerikanischen Robotik-Startup Familiar Machines & Magic erklärte, dass "jede Technologie, die für die soziale Interaktion mit Menschen entwickelt wurde, kritisch hinterfragt werden sollte" und dass der Roboter "darauf ausgelegt sei, Präsenz zu zeigen, nicht Aufmerksamkeit zu erregen. Er verfügt über kein Werbemodell, keinen interaktiven Feed und keine Anreizstruktur, die maximale Bildschirmzeit oder Interaktionszeit belohnt."

    Unsere Anfälligkeit für Roboter rührt zum Teil von der Diskrepanz zwischen unseren Erwartungen an die Fähigkeiten von Menschen oder Haustieren und den tatsächlichen Fähigkeiten KI-gestützter Roboter her. Diese sogenannte "Erwartungslücke" kann beunruhigend sein, wie das Wall Street Journal berichtet. Ein Roboter, der menschlich aussieht, sich aber anders verhält, wirkt unheimlich – ein Effekt, der als Uncanny Valley bekannt ist. 

    Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion


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