Die Angst, leer auszugehen
Weniger SpaceX-Aktien für Privatanleger – Trader wetten auf +35 % am 1. Tag
Privatanleger sollen weniger Aktien erhalten als erwartet. Gleichzeitig wetten Händler auf einen Kurssprung von mehr als 35 Prozent zum Börsenstart.
- Privatanleger bekommen nur Anteile im 20er Bereich
- Märkte signalisieren über 35% Kursanstieg zum Start
- Prognosemärkte weniger liquide und spekulativ
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Der Börsengang von SpaceX sorgt bereits für enorme Nachfrage. Während Privatanleger offenbar weniger Aktien erhalten als ursprünglich erwartet, signalisieren verschiedene Prognose- und Schattenmärkte gleichzeitig ein außergewöhnlich starkes Debüt der Aktie.
Nach Angaben von CNBC plant SpaceX, nur einen Anteil im niedrigen 20-Prozent-Bereich des Angebots an Privatanleger zu vergeben. Zuvor war erwartet worden, dass rund 30 Prozent der Aktien für internationale Einzelinvestoren, Online-Broker und Privatbankkunden reserviert werden. Die geringere Zuteilung dürfte die Knappheit der begehrten Aktien zusätzlich erhöhen.
Bereits beim Börsengang wird SpaceX mit rund 1,77 Billionen US-Dollar bewertet. Doch zahlreiche Marktindikatoren deuten darauf hin, dass Anleger deutlich höhere Preise zu zahlen bereit sein könnten. Auf der Prognoseplattform Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 70 Prozent, dass SpaceX den ersten Handelstag mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Billionen US-Dollar beendet. Damit würde das Unternehmen in einen exklusiven Kreis von US-Konzernen wie Nvidia, Apple, Microsoft, Alphabet und Amazon aufsteigen.
Auch andere Märkte signalisieren große Erwartungen. Von IG International angebotene Derivate deuten auf eine Bewertung von rund 2,4 Billionen US-Dollar hin. Das entspräche einem Kursanstieg von mehr als 35 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie. Auf der Handelsplattform Hyperliquid wurden SpaceX-bezogene Futures zuletzt sogar auf einem Niveau gehandelt, das einer Bewertung von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar entspricht.
Allerdings mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht. Prognosemärkte und Schattenhandel gelten als deutlich weniger liquide und transparent als reguläre Börsen. Die dort gehandelten Kurse können deshalb stark von kurzfristigen Spekulationen, Hebeleffekten oder einer vergleichsweise kleinen Zahl von Marktteilnehmern beeinflusst werden.
Dennoch zeigt die Entwicklung, wie groß die Begeisterung für SpaceX und den gesamten Bereich aus Raumfahrt, Satelliteninfrastruktur und künstlicher Intelligenz geworden ist. Ein starkes Börsendebüt könnte nicht nur die Bewertung des Unternehmens weiter nach oben treiben, sondern auch zum Gradmesser für kommende Mega-Börsengänge wie OpenAI oder Anthropic werden. Gleichzeitig erwarten einige Marktbeobachter, dass Kapital für den SpaceX-Börsengang aus anderen beliebten Technologiewerten abgezogen werden könnte.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

