Vergiss SpaceX
Diese Raumfahrt-Aktien heben schon vor dem Musk-IPO ab
Wer beim Börsengang des Space-Konzerns leer ausgeht, findet in der Branche jede Menge andere Kursraketen. Die sind im Vorfeld des Mega-IPO schon zweistellig abgehoben.
- SpaceX-IPO treibt Raumfahrtaktien nach oben
- Virgin Galactic zurück im Betrieb aber teuer bewertet
- Rocket Lab und Firefly profitieren von SpaceX
- Report: Achtung, Korrektur!
Der bevorstehende Börsengang von SpaceX treibt die gesamte börsennotierte Raumfahrtbranche vor sich her. Virgin Galactic, Rocket Lab, AST SpaceMobile und Planet Labs legten am Donnerstag teils kräftig zu, weil Anleger vor dem SpaceX-Debüt noch schnell Sektorexposure aufbauen wollen. Zu den größten Gewinnern zählten auch die Papiere von York Space Systems, Viasat und Firefly.
SpaceX strebt beim Börsengang eine Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar an. Das ist keine kleine Zahl. Sie ist groß genug, um die Wahrnehmung des kommerziellen Raumfahrtsektors bei institutionellen Investoren dauerhaft zu verschieben. Die Logik lautet: Wenn SpaceX so viel wert ist, muss der Markt insgesamt größer sein, als bislang eingepreist. Davon profitieren auch die kleineren Wettbewerber. Firefly Aerospace stieg um 17 Prozent, Redwire um 14 Prozent. Selbst Sektor-ETFs wie der Procure Space ETF und der ARK Space Exploration ETF zogen mit.
Für Virgin Galactic ist die Rallye ein willkommenes Durchatmen. Die Aktie hatte zuletzt rund 35 Prozent von ihrem Jahreshoch verloren. Inzwischen notiert sie wieder oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte, was auf ausgeprägte Kaufdynamik hindeutet.
Dabei hat der Anbieter von touristischen Weltraumflügen auch operativ Erfolge zu vermelden. Das Raumschiff VSS Unity ist zurück im Gleitflugbetrieb am Spaceport America, neue Glidetest der nächsten Generation sind für das dritte Quartal geplant, kommerzielle Flüge sollen im vierten Quartal 2026 folgen. Ticketverkäufe wurden wieder aufgenommen, der Preis liegt bei 750.000 US-Dollar pro Sitz.
Der Haken: Die Bewertung. Virgin Galactic wird derzeit mit fast dem 300-fachen seines Jahresumsatzes gehandelt. Das Kursziel der Wall Street liegt im Schnitt bei 3,29 US-Dollar, was gegenüber dem aktuellen Kurs rund 45 Prozent Abwärtspotenzial bedeutet. Das Konsensrating lautet "Halten".
Rocket Lab, das Ende Juni in den Nasdaq aufsteigen wird, legte ebenfalls knapp 10 Prozent zu und konnte dabei auf einen eigenen Katalysator verweisen: ein geplanter Suborbit-Start von der NASA-Anlage Wallops Flight Facility. Das Unternehmen verbindet den Sektorrückenwind also mit handfester operativer Substanz, was es unter den Profiteuren der SpaceX-Euphorie zu einem der fundamentaleren Wetten macht.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
