Citi wird optimistischer
Nvidia bleibt die Nummer eins – doch AMD rückt immer näher
Citi stuft AMD hoch und sieht deutlich steigende Gewinne. Vor allem ein Großkunde könnte die Nachfrage nach KI-Chips kräftig antreiben.
- Citi stuft AMD auf Kaufen und Kursziel 575 US-Dollar
- Meta als großer Abnehmer treibt KI-Chipnachfrage
- Citi erwartet KI-Umsatz 33 Mrd 2027 und 50,8 Mrd 2028
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Der Halbleiterkonzern AMD gewinnt nach Einschätzung von Citi zunehmend an Bedeutung im boomenden Markt für Grafikprozessoren. Die Analysten der Bank haben die Aktie deshalb von "Neutral" auf "Kaufen" hochgestuft und ihr Kursziel auf 575 US-Dollar angehoben. Das liegt laut Daten von SeekingAlpha deutlich über dem Durchschnitt der Wall Street Analysten von 483,94 US-Dollar.
Meta als möglicher Wachstumstreiber
Besonders optimistisch blickt Citi auf die Nachfrage nach AMDs KI-Produkten. Analyst Atif Malik geht davon aus, dass der Facebook-Mutterkonzern Meta künftig deutlich mehr KI-Hardware von AMD beziehen wird, als viele Marktteilnehmer bislang erwarten. Auf TipRanks liegt der Analyst auf Platz zwei von insgesamt 12.284 Analysten und gilt mit einer Erfolgsquote von 80 Prozent als überaus zuverlässig.
"Wir gehen davon aus, dass Meta ein deutlich größerer Abnehmer von AMDs KI-Produkten, insbesondere von GPUs, sein wird, als vom Markt erwartet", schrieb Malik in einer Mitteilung an Investoren. Die speziell entwickelten MI450-Grafikprozessoren könnten Meta dabei helfen, die Gesamtkosten im Vergleich zu anderen verfügbaren GPU-Lösungen zu senken.
Bereits im Februar hatten Meta und AMD eine mehrjährige Vereinbarung angekündigt. Diese sieht den Einsatz von Grafikprozessoren mit einer Gesamtleistung von bis zu 6 Gigawatt in Rechenzentren vor. Citi schätzt den wirtschaftlichen Wert von 1 Gigawatt auf rund 15 Milliarden US-Dollar für AMD.
KI-Geschäft gewinnt an Dynamik
Zwar bleibt Nvidia weiterhin der dominante Anbieter im Markt für Grafikprozessoren. Zudem hatte Meta wenige Tage vor der AMD-Vereinbarung ebenfalls eine Kooperation mit Nvidia bekanntgegeben.
Dennoch sieht Citi die Wettbewerbsposition von AMD deutlich verbessert. Neben dem wachsenden GPU-Geschäft profitiert das Unternehmen nach Einschätzung der Analysten auch von einer steigenden Nachfrage nach Prozessoren. Hintergrund ist die zunehmende Verbreitung sogenannter agentischer künstlicher Intelligenz, die komplexe Aufgaben eigenständig ausführen kann.
Vor diesem Hintergrund hob Citi seine Prognosen für das KI-Geschäft von AMD deutlich an. "Wir erhöhen unsere Umsatzprognosen für den KI-Bereich und erwarten nun 33 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 und 50,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028", schrieb Malik. Das entspräche Zuwächsen von 137 Prozent beziehungsweise 54 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahr.
Analysten bleiben optimistisch
Citi geht zudem davon aus, dass AMD sein langfristiges Gewinnziel von mehr als 20 US-Dollar je Aktie bis 2028 übertreffen wird.
Auch insgesamt bleibt die Analystengemeinde positiv gestimmt. Nach Daten von LSEG empfehlen 43 der 53 beobachtenden Analysten die Aktie zum Kauf oder stufen sie als starken Kauf ein.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
