Cherry startet Barkapitalerhöhung: Argand sichert Project Blossom
Cherry SE hat Vorstand und Aufsichtsrat eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht beschlossen, um die Finanzierung und operative Absicherung des Ende April/Anfang Mai angekündigten Zukunftsprogramms „Project Blossom“ zu gewährleisten. Konkret soll das Grundkapital unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals durch die Ausgabe von bis zu 9.720.000 neuen Stückaktien um bis zu EUR 9.720.000 auf maximal EUR 15.795.000 steigen. Die Maßnahme baut auf der vereinfachten Kapitalherabsetzung vom 22. Mai 2026 auf, die das Grundkapital von EUR 24,3 Mio. um EUR 18,225 Mio. auf EUR 6,075 Mio. reduzierte.
Die neuen Aktien werden den Aktionären im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts angeboten; das Bezugsverhältnis beträgt 5:8 bezogen auf das herabgesetzte Kapital (entsprechend 5:2 vor Herabsetzung). Der Bezugspreis wurde auf EUR 1,04 je Aktie festgelegt – ein Abschlag von rund 21,94 % auf den theoretischen Ex-Bezugsrechtspreis (TERP) von EUR 1,33. Aktionäre erhalten die Möglichkeit zum Überbezug; nicht ausgeübte Bezugsrechte sollen anschließend ausgewählten Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung mindestens zum Bezugspreis angeboten werden. Da der erwartete Gesamtemissionserlös unter EUR 12 Mio. liegt, erfolgt die Platzierung prospektfrei. Die neuen Aktien sollen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen werden; die Bezugsfrist wird voraussichtlich bis Mitte Juli 2026 im Bundesanzeiger bekanntgegeben. Auffällig: Die neuen Aktien werden rückwirkend ab 1. Januar 2025 voll gewinnanteilberechtigt sein.
Als starkes Vertrauenssignal hat die Großaktionärin, eine Tochtergesellschaft von Argand Partners (rund 34,6 %), erklärt, ihre Bezugsrechte vollständig auszuüben und einen zusätzlichen Erwerb weiterer Aktien zu prüfen. Cherry betont, dass die Kapitalmaßnahme ein eigenständiges finanzielles Fundament schaffen soll, um Project Blossom „kraftvoll“ voranzubringen. Das Programm, gegliedert in fünf strategische Säulen, zielt auf die Reduktion von Komplexität im verbleibenden Kerngeschäft mit Peripheriegeräten (Gaming & Office), die Optimierung globaler Vertriebskanäle und die nachhaltige Stärkung der operativen Ertragskraft. Zudem trennt die Barkapitalerhöhung die Finanzierung der Restrukturierungs- und Wachstumsmaßnahmen von laufenden M&A-Aktivitäten, um strategische Optionen ohne zeitlichen oder wirtschaftlichen Druck zu ermöglichen.
CEO Rogier Volmer bezeichnet die Maßnahme als notwendigen Schritt zur Wiederherstellung der Kapitalmarktfähigkeit und zur Rückkehr auf einen profitablen Wachstumspfad. Marktteilnehmer werden die Verwässerungseffekte für nicht zeichnende Altaktionäre, den Abschlag beim Bezugspreis sowie das Signal des Großaktionärs abwägen. Rechtliche Hinweise betonen die Beschränkung der Verbreitung in bestimmten Jurisdiktionen (u. a. USA, Kanada, Australien, Japan, Südafrika).
wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -8,59 % und einem Kurs von 0,405 auf Tradegate (12. Juni 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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