Silber: Anleger fürchten Crash
Silberpreis auf der Kippe: Ändert die Fed-Zinsentscheidung jetzt alles?
Silber steuert auf die Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch zu. Die jüngsten US-Inflationsdaten hatten das Edelmetall massiv unter Druck gesetzt. Die Lage ist kritisch. Ein Aspekt gibt jedoch Hoffnung.
- Silber zittert vor Fed-Projektionen und Zinsausblick
- Hohe Anleiherenditen und Ölpreise drücken Silberkurse
- US-Dollar-Index scheitert an 100 - Hoffnung für Silber
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Silberpreis vor der Fed-Sitzung: Warum der Termin wichtig ist
Die Gemüter am Silbermarkt sind erhitzt. Nach der Leitzinsanhebung durch die EZB richten sich die Blicke auf den kommenden Mittwoch (17. Juni). Der anstehende Fed-Termin baut eine gewaltige Drohkulisse auf, werden doch noch neben der Zinsentscheidung auch die quartalsweise erscheinenden Projektionen der US-Notenbank zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Inflation und Zinsen veröffentlicht. Diese bergen die eigentliche Sprengkraft – vor allem die Zinsprojektionen.
Mit einer Leitzinsanhebung jetzt im Juni ist indes nicht zu rechnen. Aber bereitet die Fed die Märkte auf einen Zinsschritt in den nächsten Monaten vor? Nicht wenige Marktakteure erwarten, dass der Fed-Termin ein weiteres Preisbeben bzw. einen Crash bei Gold und Silber auslösen könnte.
Ändert die Fed-Zinsentscheidung jetzt alles für Silber?
Die Erwartungshaltung an den Fed-Termin ist von großer Verunsicherung geprägt. Gibt es gravierende Abweichungen zu den März-Projektionen oder kommt es doch nicht so schlimm, wie befürchtet? Sollte Ersteres eintreten, könnte das zu weiteren Preisbeben bei Gold und Silber führen. Beide Edelmetalle sind angezählt. Sollten sich die Befürchtungen jedoch nicht bestätigen, dürften beide Metalle wieder durchstarten. Vor allem der Silberpreis hätte enormes Nachholpotenzial. Der Fed-Termin könnte jedoch auch bei Gold eine radikale Wende einleiten.
Hohe Anleiherenditen belasten Silber
Die Situation im Vorfeld der Fed-Zinsentscheidung ist maßgeblich von der Lage im Nahen Osten geprägt. Erst kürzlich machte eine weitere Ankündigung Trumps über einen „sehr schnellen Deal“ mit dem Iran die Runde. Es scheint sich auf diplomatischer Ebene zwar etwas zu bewegen, doch unterschrieben ist Stand jetzt noch nichts. Das hält die Ölpreise auf hohem Niveau. Denn obgleich Brent- und WTI-Öl zuletzt etwas zurückkamen, notieren sie noch immer deutlich über dem Vorkriegsniveau.
Hohe Ölpreise treiben die Inflation und damit die Zinssorgen. Das Ganze manifestiert sich wiederum in den Anleiherenditen. So notieren die Renditen für die wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen nur marginal unterhalb der wichtigen Marke von 4,5 Prozent. Hohe Anleiherenditen belasten maßgeblich Silber. Eine deutliche Erholung des Silberpreises kann nur mit deutlich sinkenden Anleiherenditen einhergehen.
Hoffnungsschimmer für Silber: US-Dollar-Index verpasst Befreiungsschlag
Ein starker US-Dollar ist ein weiterer potenzieller Belastungsfaktor für die Edelmetalle. Dazu der Blick auf den US-Dollar-Index. Trotz bester Rahmenbedingungen (hohe Anleiherenditen, Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik der Fed) verpasste es der US-Dollar-Index, einen Befreiungsschlag zu landen und sich oberhalb von 100 Punkten festzusetzen. Die 100 Punkte haben für den US-Dollar-Index große Bedeutung. Zum einen psychologisch, zum anderen stellen die 100 Punkte die obere Begrenzung einer Bodenbildungsformation dar. Ein deutlicher Sprung über die 100er Marke würde das Ende der Bodenbildung im US-Dollar-Index einleiten und möglicherweise eine kräftige Erholung initiieren. Ein solches Szenario könnte für Gold und Silber problematisch werden.
Silberpreis-Prognose: Zwischen 54 und 80 US-Dollar ist kurzfristig alles möglich
Der Fed-Termin am Mittwoch hat das Potenzial, größere Preisbewegungen bei Silber auszulösen. Der in der letzten Silber-Kommentierung an dieser Stelle befürchtete Preissturz auf 54 US-Dollar blieb bislang zwar aus, doch vom Tisch ist dieses Szenario noch nicht und könnte aktuell werden, sollte der Fed-Termin unliebsame Überraschungen bereithalten. Auf der anderen Seite ist Silber derzeit so stark überverkauft und die Stimmung unter Anlegern ist derart schlecht, dass bereits das Ausbleiben negativer Überraschungen zu einer deutlichen Erholungsrallye führen könnte.
Eine große Unbekannte gibt es nach wie vor: Wie reagiert Silber auf ein durch ein Abkommen besiegeltes Ende des Iran-Kriegs? Ein rasanter Preisanstieg sollte in diesem Fall nicht überraschen.
Kurzum: Obgleich weitere Preiseinbrüche in Richtung 54 US-Dollar oder 50 US-Dollar nicht auszuschließen sind, dürfte die Silberkorrektur sich dem Ende nähern. Die Stunde für antizyklisch agierende
und meinungsstarke Anleger und Investoren ist gekommen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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