US-Börsen starten stark
Friedensabkommen katapultiert Aktienkurse nach oben – Ölpreis bricht ein
Ein Durchbruch im Nahost-Konflikt sorgt zum Wochenstart für eine massive Entlastungswelle an den globalen Finanzmärkten und schickt den Ölpreis auf Talfahrt.
- Massive Marktentlastung durch Friedensankündigung
- Ölpreise brechen massiv ein auf Dreimonatstief
- Renditen sinken und Fed Zinserhöhungschance fällt
- Report: Achtung, Korrektur!
Die Ankündigung eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran hat an den weltweiten Finanzmärkten am Montagmorgen eine kräftige Rallye ausgelöst. Nach fast viermonatigen militärischen Auseinandersetzungen verkündeten beide Seiten das sofortige und dauerhafte Ende der Operationen sowie die geplante Wiedereröffnung der strategisch essenziellen Straße von Hormus am kommenden Freitag.
Die Nachricht sorgt bei den Anlegern für erhebliche Erleichterung, da die monatelange Blockade der Seestraße die Sorgen vor einer langanhaltenden Stagflation und massiven Lieferengpässen befeuerte. Die weltweiten Aktienmärkte starteten mit kräftigen Gewinnen in die neue Handelswoche. Der DAX legte im Nachmittagshandel 1,0 Prozent zu und pendelte etwas unter der Marke von 25.000 Punkten, während es für den marktbreiten Stoxx 600 um 0,3 Prozent aufwärts ging. Zu den größten Gewinnern im DAX zählten MTU Aero, Airbus und Deutsche Bank, aber auch die Autoaktien BMW, Volkswagen und Mercedes-Banz verteuerten sich deutlich.
Die US-Aktienmärkte starteten ebenfalls mit deutlichen Kursgewinnen als Reaktion auf die geopolitische Entspannung. Der Dow Jones Industrial Average kletterte um 560 Punkte oder 1,1 Prozent nach oben. Noch stärker zeigten sich die Technologiewerte: Der S&P 500 legte um 1,5 Prozent zu, während der Nasdaq 100 einen Sprung von 2,4 Prozent verzeichnete. In den USA ist diese Handelswoche verkürzt, da die US-Börsen am Freitag feiertagsbedingt geschlossen sind.
Der Ölmarkt geriet unter massiven Verkaufsdruck, da die baldige Rückkehr der Öllieferungen aus dem Nahen Osten die geopolitische Risikoprämie schwinden lässt. Die Rohölpreise brachen um über 4 Prozent ein, wodurch die internationale Sorte Brent auf rund 83 US-Dollar pro Barrel fiel und die US-Sorte WTI auf 80,60 US-Dollar abrutschte auf ein Dreimonatstief.
Besonders kräftig fielen die Aktienkursgewinne an den asiatischen Handelsplätzen aus, die zuvor am stärksten unter den hohen Energieimportkosten gelitten hatten. Der südkoreanische Kospi führte die Region mit einem beeindruckenden Plus von 5,2 Prozent an, gefolgt vom japanischen Nikkei 225, der um 5,0 Prozent zulegte und Kurs auf ein Rekordhoch nahm. Der MSCI-Index für asiatische Aktien stieg insgesamt um rund 3 Prozent.
Neben den Aktienmärkten profitierten auch Kryptowährungen von der gestiegenen Risikofreude der Investoren; Bitcoin stieg auf den höchsten Stand seit fast zwei Wochen.
Die Entspannung beim Ölpreis dämpft die globalen Inflationssorgen und verschafft den Zentralbanken neuen Handlungsspielraum. Am Rentenmarkt gaben die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen folgerichtig nach. An den Zinsmärkten spiegelte sich die veränderte Lage sofort wider: Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve bis Dezember sank merklich von zuvor 80 Prozent auf nun rund 60 Prozent.
Dennoch mahnen Analysten zur Vorsicht, da die Nervosität im Markt erst mit der offiziellen Unterzeichnung des Abkommens am Freitag in der Schweiz vollständig verfliegen dürfte. Zudem blicken Investoren in dieser Woche gespannt auf die anstehende Fed-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh sowie auf wichtige Wirtschaftsdaten zu den US-Einzelhandelsumsätzen.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

