USA & Iran
Nach Friedensabkommen: Neue Rallye für Gold?
Der Rohölpreis der Sorte Brent gibt zu Beginn der neuen Handelswoche deutlich nach. Zugleich kann Gold wieder zulegen. Platzt nach dem Friedensabkommen der Knoten beim gelben Edelmetall?
- Brent fällt über 3 Prozent nach Iran-Abkommen
- Gold klettert rund 2 Prozent über 4.300 US-Dollar
- Langfristiger Goldtrend intakt Ziel 6.000 bis 2028
- Report: Achtung, Korrektur!
Pünktlich zum 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump servierte das Iran-Regime seine Zustimmung. "Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun abgeschlossen", schrieb Trump am Sonntag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social.
Der Ölpreis (Brent) setzt damit weiter zu einer Talfahrt an und verliert im frühen Handel am Montag bereits über 3 Prozent. Sollte das Szenario stabil bleiben, so die Analysten der Citi, dann könnte der Jahresdurschnittspreis für Rohöl in diesem Jahr bei 82 US-Dollar liegen.
Dass der Ölpreis überaus sensibel aus das Kriegsgeschehen im Nahen Osten reagiert, war abzusehen. Dass Gold wiederum als Metall des Krisenschutzes so stark eingbüßt hat, war überraschend, zeigt aber auch, dass die voraugegangene Rallye bereits viel eingepreist hatte. Und noch weitere Faktoren spielten eine entscheidene Rolle.
Gold verlor während der Krise seinen Nimbus als sicherer Hafen: Denn geopolitische Krisen sind nicht immer Garant für eine Goldrendite, zumindest nicht, wenn man auf die kurzfristige Entwicklung schaut.
Hier überwog die Verteuerung der Lieferkette durch die hohen Ölpreise, die Belastung der Wirtschaft dadurch und die erhöhte Inflation. Zugleich signalisierte die US-Notenbank Fed Stillstand beim Leitzins: Der US-Dollar profitierte.
So drohte Gold zum
Ende der vergangenen Woche unter die wichtige psychologische Marke von 4.000 US-Dollar zu rutschen. Doch im frühen Handel legt Gold um rund 2 Prozent zu und klettert über die Marke von 4.300
US-Dollar. Die Zinserwartungen sind aber die gleichen geblieben, auch wenn man mit einer Minderung der energiebedingten Inflation rechnen darf.
Interessant ist daher der Blick auf den langfristigen Goldtrend. Ein Bullenmarkt für Gold hält laut historischen Daten rund 10 Jahre. Wenn man als Ausgangspunkt 2018 als den Start des Zyklus annimmt, so befinden wir uns im letzten Drittel der Hausse.
So ist der langfrisitge Trend noch intakt, gesetzt die Nachfrage durch die Zentralbanken an Gold bleibt hoch. Ein Zielbereich von 6.000 US-Dollar wäre dann für 2028 denkbar.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
