Zwischen Vision und Wahnsinn
SpaceX soll Umsatz bis 2030 verfünfzigfachen, sagt Musk
Elon Musk hat das nächste irre Ziel gesetzt: SpaceX soll bis 2030 eine Billion US-Dollar Umsatz schaffen. Selbst bullishe Analysten liegen weit darunter.
- SpaceX peilt 2030 einen Umsatz von einer Billion an
- Analysten prognostizieren deutlich niedrigere Werte
- Starlink‑Wachstum und Sperrfrist beeinflussen Kurs
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Nur wenige Tage nach dem größten Börsengang der Geschichte legt Elon Musk die Messlatte für SpaceX noch einmal deutlich höher. Der Unternehmer erklärte auf seiner Plattform X, dass sein Raumfahrt- und Satellitenkonzern bereits 2030 einen Jahresumsatz von rund einer Billion US-Dollar erzielen könnte. "Und ich wäre überrascht, wenn der Umsatz 2031 nicht über 1 Billion US-Dollar liegen würde", schrieb Musk.
Die Prognose liegt weit über den Erwartungen der Wall Street. Morgan Stanley rechnet bis 2030 mit einem Umsatz von rund 330 Milliarden US-Dollar, Goldman Sachs geht von mehr als 470 Milliarden US-Dollar aus. Um Musks Ziel zu erreichen, müsste SpaceX seinen Umsatz innerhalb von fünf Jahren im Vergleich zu 2025 mehr als verfünfzigfachen.
Zuletzt steigerte das Unternehmen seine Erlöse von 14,02 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 18,67 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig rutschte SpaceX wegen hoher Investitionen in KI-Initiativen und den Ausbau seiner Infrastruktur in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand 2025 ein Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 791 Millionen US-Dollar erzielt worden war.
An der Börse stoßen Musks ambitionierte Pläne dennoch auf Begeisterung. SpaceX sammelte bei seinem Börsengang 75 Milliarden US-Dollar ein und startete mit einer Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar. Nach dem fulminanten Debüt stieg der Unternehmenswert zeitweise auf mehr als 2 Billionen US-Dollar und machte SpaceX zum sechstwertvollsten börsennotierten Unternehmen der USA.
Analysten warnen jedoch vor hohen Erwartungen. Morningstar beziffert den fairen Wert des Unternehmens auf lediglich 780 Milliarden US-Dollar beziehungsweise rund 63 US-Dollar je Aktie. Selbst bullishe Annahmen reichten kaum aus, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, heißt es.
Als nächster Belastungstest gelten die Quartalszahlen Ende Juli oder Anfang August. Anleger werden dabei vor allem auf das Wachstum des Satellitennetzwerks Starlink und die Ausgaben für das Starship-Programm achten. Zudem endet kurz nach der Vorlage der Geschäftszahlen eine erste Sperrfrist für Insider. Dann könnten Aktien im Umfang von rund sieben Prozent der ausstehenden Anteile auf den Markt kommen und die Volatilität der SpaceX-Aktie weiter erhöhen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

