KI-Wettrennen in China
Nvidias Schwäche öffnet Türen: ByteDance verhandelt mit neuem Lieferanten
ByteDance verhandelt mit Iluvatar CoreX und prüft Baidu-Chips. Der Schritt zeigt, wie chinesische KI-Hardware Nvidia zunehmend verdrängt.
- ByteDance verhandelt mit Iluvatar CoreX und Baidu
- Chinesische KI-Chips gewinnen deutlich Marktanteile
- Iluvatar CoreX könnte ByteDance 50000 Chips liefern
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Der TikTok-Mutterkonzern ByteDance führt Gespräche mit dem Chipentwickler Iluvatar CoreX über den Kauf von KI-Prozessoren für sogenannte Inferenz-Anwendungen. Das berichteten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen gegenüber Reuters. Parallel prüft das Unternehmen nach deren Angaben auch den Einsatz von Kunlunxin-Chips von Baidu.
Sollte eine Vereinbarung zustande kommen, würde Iluvatar CoreX nach Huawei und Cambricon zum dritten großen heimischen Grafikprozessor-Lieferanten von ByteDance aufsteigen. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen, die Details könnten sich daher ändern, sagten die Quellen.
Die Personen erklärten zudem, dass Tencent bereits zu den Kunden von Baidus Kunlunxin-Chips gehört. ByteDance, Iluvatar CoreX, Baidu und Tencent reagierten nicht auf Anfragen für Stellungnahmen.
Chinesische Anbieter gewinnen Marktanteile
Die möglichen Abschlüsse unterstreichen den wachsenden Erfolg chinesischer Chipentwickler. Peking fördert den Einsatz heimischer Halbleiter, um die technologische Unabhängigkeit des Landes angesichts der US-Exportbeschränkungen für moderne KI-Chips zu stärken.
Chinesische Hersteller von Grafikprozessoren und KI-Chips kamen im vergangenen Jahr bereits auf fast 41 Prozent des chinesischen Marktes für KI-Beschleuniger-Server. Damit verloren ausländische Anbieter deutlich an Boden.
Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte zuletzt, der Marktanteil seines Unternehmens in China sei faktisch auf null gefallen. Tencent-Strategiechef James Mitchell sagte im Mai, chinesische KI-Chips würden in der zweite Jahreshälfte in großen Stückzahlen verfügbar sein.
Wichtiger Auftrag für Iluvatar CoreX
Nach Angaben der Quellen könnte Iluvatar CoreX in diesem Jahr mindestens 50.000 Chips an ByteDance liefern. Der Großteil davon soll für Inferenz-Aufgaben genutzt werden. Dabei beantworten KI-Systeme Anfragen von Nutzern. Im Gegensatz dazu werden beim Training von KI-Modellen meist die leistungsstärksten Prozessoren benötigt.
ByteDance baut derzeit die Nutzerbasis seines KI-Chatbots Doubao aus und benötigt dafür zusätzliche Rechenkapazitäten.
Für Iluvatar CoreX wäre ein Vertrag mit ByteDance ein bedeutender kommerzieller Erfolg. Das Unternehmen belieferte bislang vor allem staatliche Beschaffungsprojekte, sagte eine der Quellen gegenüber Reuters.
Umsatz soll sich verdreifachen
Iluvatar CoreX, das im Januar in Hongkong an die Börse ging, erzielte 2025 einen Umsatz von 1 Milliarde Yuan (rund 127 Millionen Euro). Rund 90 Prozent davon entfielen auf den Verkauf von Grafikprozessoren.
Laut einer Studie von Huatai Securities dürfte der Umsatz 2026 auf 3,04 Milliarden Yuan steigen. Die Auslieferungen sollen demnach um 139 Prozent auf mehr als 100.000 Chips zulegen.
Das Analysehaus schätzt den durchschnittlichen Verkaufspreis der für Inferenz-Anwendungen entwickelten Zhikai-Chips auf rund 12.000 Yuan je Einheit. Die Tiangai-Serie des Unternehmens richtet sich dagegen vor allem an das Training von KI-Modellen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

