Nach TACO und NACHO
KWIK! Michael Burry tauft Trumps Iran-Deal
Nach TACO und NACHO bringt Michael Burry ein neues Börsenkürzel ins Spiel. KWIK könnte das Endspiel im Iran-Konflikt beschreiben.
- Burry prägt KWIK als Öffnung statt Druck im Iran
- Friedensabkommen kündigt Öffnung der Straße Hormus an
- Entspannung möglich, Umsetzung braucht Monate bis Jahre
- Report: Achtung, Korrektur!
Michael Burry hat dem politischen Börsenlexikon rund um Donald Trump ein neues Kürzel hinzugefügt. Nach TACO ("Trump Always Chickens Out") und NACHO ("Not A Chance Hormuz Opens") spricht der Investor nun von KWIK – kurz für "Killing With Incredible Kindness".
Hinter dem Akronym steckt Burrys These, dass Trump nach Monaten der Eskalation im Konflikt mit dem Iran auf eine überraschende Strategie setzen könnte: maximale wirtschaftliche Öffnung statt anhaltenden Drucks. Konkret spekuliert der "Big Short"-Investor darauf, dass die USA ihre Sanktionen gegen den Iran schrittweise lockern und dem Land eine stärkere Einbindung in die Weltwirtschaft ermöglichen könnten.
Auslöser der Debatte ist das angekündigte Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten wollen die Vereinbarung am 19. Juni in der Schweiz unterzeichnen. US-Präsident Donald Trump erklärte auf Truth Social: "Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch an alle!"
Im Zuge der Vereinbarung soll auch die Straße von Hormus wieder geöffnet werden. "Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!", schrieb Trump. Die Hoffnung auf ein Ende des 107 Tage andauernden Konflikts sorgte an den Märkten für Erleichterung: Die Ölpreise gaben deutlich nach, während die US-Aktienfutures kräftig zulegten.
Burry sieht darin ein bekanntes Muster. Trump sei ein "Meister der Irreführung", schrieb er und verwies auf frühere Kehrtwenden des Präsidenten – etwa in der Zollpolitik. "Er führte Zölle ein, um sie dann für eine große Marktrallye wieder aufzuheben, und die größten Erholungsrallyes des Marktes erfolgten nach großen Ankündigungen von Trump, in denen er ein Umfeld wiederherstellte, das er zuvor gestört hatte."
Nach diesem Prinzip könnte auch die Iran-Strategie funktionieren. "Die Teilnahme an der Weltwirtschaft ist die am wenigsten kriegerische Strategie, um Spannungen zu entschärfen", so Burry.
Gleichzeitig warnt der Investor vor zu viel Euphorie. Er zweifelt daran, dass sich die Spannungen im Nahen Osten mit einer Unterschrift sofort auflösen lassen. Auch die Wiederöffnung der Straße von Hormus dürfte Zeit benötigen. Verträge, Versicherungen und Lieferketten müssten sich erst an die neue Lage anpassen. Burry geht davon aus, dass dieser Prozess "vielleicht ein Jahr oder länger" dauern könnte.
Ob sich KWIK als neues Börsenkürzel etabliert, bleibt offen. Klar ist jedoch: Nach TACO und NACHO versuchen Anleger erneut, Trumps oft sprunghafte Politik in eine Formel zu pressen – und daraus die nächsten Marktbewegungen abzuleiten.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

