Dow-Index auf Rekord
Europas Aktien schließen fest – schwache Autoaktien bremsen, Öl fällt deutlich
Der DAX ist minimal fester aus dem Xetra-Handel gegangen. Der Ölpreis hat seine Verluste deutlich ausgebaut. Jetzt rückt der Fed-Zinsentscheid in den Fokus der Anleger.
- DAX hält Gewinne angeführt von GEA und Siemens
- Fällender Ölpreis gibt den Märkten weiter Auftrieb
- Fokus bei Anlegern auf Fed Sitzung unter Kevin Warsh
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Die europäischen Aktienmärkte haben ihre Gewinne vom Vortag am Dienstag etwas ausgebaut. Der DAX beendete den Xetra-Handel weniger als 0,1 Prozent fester und rutschte im späten Frankfurter Handel ins Minus zurück. GEA, Deutsche Bank und Siemens Energy zählten zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex. Am Ende der Kursliste verloren Volkswagen, BMW und Mercedes jeweils mehr als 2 Prozent an Wert. Der Euro-Stoxx 50 stieg um 0,3 Prozent. Europaweit zählten Bankenwerte zu den größten Gewinnern.
Die US-Märkte zeigten nach der fulminanten Rallye vom Vortag ein gemischtes Bild. Während es für den Dow Jones um 0,9 Prozent aufwärts ging auf ein neues Rekordhoch, büßte der marktbreite S&P 500 etwas ein und der technologieorientierte Nasdaq 100 verlor 1,3 Prozent. Vor allem Chipwerte wurden verkauft, während Finanz- und Industriewerte gefragt waren.
Unterstützung erhielten die Aktienmärkte dadurch, dass die Ölpreise weiter deutlich zurückfielen, wobei sich Brent-Öl um 5,2 Prozent auf 78,82 US-Dollar je Barrel verbilligte, während es für die US-Sorte WTI um 6,1 Prozent abwärts ging auf 75,70 US-Dollar.
Nun verlagert sich der Fokus der US-Anleger jedoch auf die zweitägige Sitzung der Federal Reserve, die am heutigen Dienstag beginnt. Es ist das erste Treffen unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Angesichts der zuletzt heißer als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten wird allgemein damit gerechnet, dass die Notenbank den Leitzins vorerst in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen wird.
An den Rohstoff- und Kryptomärkten kehrte am Dienstag ebenfalls etwas Ruhe ein. Der Goldpreis legte am Tagesmarkt um 0,9 Prozent zu auf 4.343 US-Dollar, während der US-Dollar im Vergleich zu den Hauptwährungen leicht sank. Im Krypto-Sektor gab es leichte Gewinnmitnahmen: Bitcoin verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 66.120 US-Dollar, während Ether um 1,0 Prozent verlor.
Weltweit steht der Dienstag ganz im Zeichen der internationalen Notenbanken, angeführt von einer historischen Entscheidung in Asien. Die Bank of Japan hat ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 1,0 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 1995. Da dieser Schritt zur Eindämmung der Währungsschwäche und der importierten Inflation von Ökonomen weitgehend erwartet worden war, reagierte der japanische Aktienmarkt mit Erleichterung:
Der Nikkei 225 kletterte im Tagesverlauf auf ein neues Intraday-Rekordhoch, fiel bis Handelsschluss aber wieder leicht zurück. Schwächer verlief auch der Handel im restlichen asiatischen Raum. Neue Wirtschaftsdaten aus China zeigten, dass die Konsumausgaben dort erstmals seit der Pandemie schrumpften, was den Hang-Seng-Index in Hongkong um 1,4 Prozent ins Minus drückte. Die australische Notenbank beließ ihre Raten derweil unverändert, um die heimische Konjunktur zu schonen.
Die Marktteilnehmer blicken gespannt auf die im Laufe der Woche anstehenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank, der Bank of England und der Schweizerischen Nationalbank, von denen jedoch vorerst keine weiteren Straffungen erwartet werden.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

