Fast 80 Prozent unter Hoch
CEO weg, Aktie auf Zehnjahrestief: Michael Burry greift bei diesem Fintech zu
Die Fiserv-Aktie hat seit ihrem Hoch fast 80 Prozent verloren. Der überraschende Chefwechsel schickte sie auf ein Zehnjahrestief – für Starinvestor Michael Burry eine Kaufchance.
- Fiserv-Aktie seit Hoch fast 80 Prozent verloren
- Michael Burry nutzte Kursrutsch zum Nachkauf
- CEO-Rücktritt trieb Aktie auf Zehnjahrestief
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Michael Burry bleibt trotz des überraschenden Chefwechsels beim Zahlungsdienstleister Fiserv bullish. Nachdem die Aktie nach dem Rücktritt von CEO Mike Lyons um fast 11 Prozent eingebrochen war, nutzte der "Big Short"-Investor den Kursrutsch nach eigenen Angaben zum Nachkauf.
Der abrupte Abgang von Lyons, der nach nur 13 Monaten an die Spitze der Bank Truist Financial wechselt, stellt für Burry zwar einen "Verstoß gegen die Anlagehypothese" dar. Das sei jedoch kein Verkaufsgrund. "Ein Verstoß gegen die Anlagehypothese bedeutet nicht, zu verkaufen. Es bedeutet, neu zu bewerten", schrieb er auf der Plattform Substack.
Tatsächlich sehen auch Analysten den Führungswechsel kritisch. Der Zeitpunkt – nur wenige Wochen nach dem Investorentag des Unternehmens – sorge für zusätzliche Unsicherheit. Die Fiserv-Aktie verlor daraufhin so stark wie seit Monaten nicht mehr und notiert inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit 2016. Seit dem Hoch im vergangenen Jahr summiert sich der Kursverlust auf rund 79 Prozent.
Burry hält die Reaktion des Marktes dennoch für überzogen. Er betont, dass das operative Geschäft weiterhin robust sei. Fiserv zählt zu den führenden Anbietern von Zahlungsabwicklung und Bankensoftware in den USA. Das Unternehmen verarbeitet rund 10.000 Transaktionen pro Sekunde, betreut 1,8 Milliarden Kartenkonten sowie 339 Millionen Einlagen- und Kreditkonten und erreicht nach eigenen Angaben rund 95 Prozent aller US-Haushalte.
Besonders viel Potenzial sieht Burry in der Händlerplattform Clover. Das Bezahlsystem wird bereits von rund 900.000 Händlern genutzt und profitiert von den engen Beziehungen von Fiserv zu Banken und Geschäftskunden. Der neue CEO Takis Georgakopoulos leitete zuvor genau dieses Geschäftsfeld und bringt mehr als 17 Jahre Erfahrung im Zahlungsverkehr mit, unter anderem als globaler Zahlungschef von JPMorgan.
"Um es klar zu sagen: Das Geschäft selbst läuft prima, egal wer CEO ist", betonte Burry. Er sieht den Kursrückgang daher vor allem als Folge von Sorgen um die Unternehmensführung – nicht als Zeichen einer fundamentalen Schwäche.
Nach eigenen Angaben kaufte Burry weitere Fiserv-Aktien zu einem Kurs von rund 48,50 US-Dollar. Die Position habe inzwischen eine ähnliche Größe wie seine Beteiligungen an MercadoLibre und Birkenstock und mache etwa fünf bis sieben Prozent seines Portfolios aus.
Trotz der jüngsten Turbulenzen halten die meisten Analysten an ihren Einschätzungen fest. Das durchschnittliche Kursziel der von Koyfin erfassten Analysten liegt bei 70 US-Dollar und damit rund 46 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

