Gold könnte morgen eskalieren
Goldpreis: Lässt die Fed Gold von der Kette? Anleger setzen jetzt auf Goldaktien
Hat Gold doch noch eine Chance auf eine Sommerrallye? Die Reaktion auf die zwischen den USA und dem Iran erzielte Übereinkunft nährt entsprechende Hoffnungen. Doch morgen kommt die Fed.
- Goldpreis steigt nach Iran-Abkommen und Erholung
- Fed-Sitzung entscheidet kurzfristig über Goldtrend
- Agnico Eagle zeigt antizyklische Chance bei 150 USD
- Report: Achtung, Korrektur!
Goldpreisentwicklung aktuell – Erste Erleichterung nach Iran-Abkommen
Der Goldpreis reagierte mit einem kräftigen Preisanstieg auf die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. Die zwischen den Parteien erzielte Übereinkunft setzte zunächst die Ölpreise unter Druck. Anleiherenditen kamen zurück. Das entlastete die Edelmetalle, allen voran Gold und Silber. Für den Goldpreis kam die Erholung genau zum richtigen Zeitpunkt, drohte doch das Edelmetall unter die zentrale Unterstützungszone 4.100 US-Dollar / 4.000 US-Dollar zu rutschen. Die Rückkehr über die 4.300 US-Dollar ist ohne Zweifel ein wichtiger Etappenerfolg. Wie viel er wert ist, dürfte sich spätestens am morgigen Mittwoch (17. Juni) zeigen.
Alle Augen auf die Fed - Lässt die US-Notenbank Gold morgen von der Kette?
Heute beginnt die zweitägige Sitzung des FOMC der US-Notenbank; zum ersten Mal unter der Leitung des neue Fed-Präsidenten Kevin Warsh. Auf die Bedeutung dieses Termins gingen wir im letzten Gold-Kommentar an dieser Stelle detailliert ein.
In den letzten Tagen gab es weitere Entwicklungen. Neben dem ausgehandelten Iran-Abkommen erhöhte heute die Bank of Japan die Leitzinsen. Damit folgte sie der EZB. Die Blicke richten sich nunmehr auf die Fed. Ein Zinsschritt jetzt im Juni ist recht unwahrscheinlich. Aber was passiert in den kommenden Monaten? Der Goldmarkt wird entsprechend die Projektionen der US-Notenbank zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Inflation und Zinsen unter die Lupe nehmen. Gibt es dort gravierende Veränderungen zu den vorherigen März-Projektionen? Die große Chance für Gold respektive für den Goldpreis liegt nun darin, dass sich die bisherigen Befürchtungen nicht vollumfänglich bestätigen und die Fed keine allzu „strengen“ Töne anschlägt. An dieser Stelle könnte das Iran-Abkommen Gold in die Karten spielen, da nun eine veränderte Inflationsdynamik – Stichwort sinkende Ölpreise – zu erwarten ist.
Fazit - Goldpreis könnte rasch auf 4.500 US-Dollar oder gar 4.800 US-Dollar steigen
Der morgige Fed-Termin könnte die Goldpreisentwicklung auf Wochen hinaus bestimmen. Gleichzeitig muss mit dynamischen Bewegungen gerechnet werden. Obgleich ein Test des Preisbereiches 4.100 US-Dollar / 4.000 US-Dollar nicht auszuschließen ist, ist festzustellen, dass sich durch die jüngsten Entwicklungen die Chancen auf eine Erholungsrallye des Goldpreises auf 4.500 US-Dollar / 4.800 US-Dollar erhöht haben. Anleger und Investoren richten daher ihren Fokus auf die Aktien der Goldproduzenten. Da mussten selbst die Schwergewichte Barrick, Newmont oder aber Agnico Eagle Mines zuletzt mächtig Federn lassen. Vor allem eine Goldaktie sticht dabei heraus…
Agnico Eagle Mines – Der gefallene Engel des Goldsektors
Die fundamentale Stärke machte den kanadischen Goldproduzenten Agnico Eagle Mines zu einem der prägenden Protagonisten der zurückliegenden Goldrallye und war an dieser Stelle bereits ein ums andere Mal Thema. Nicht zuletzt überzeugte das Unternehmen durch einen exzellenten Q1-Bericht, in dem vor allem der bereinigte Gewinn von 1,7 Mrd. US-Dollar beeindruckte.
Dass aber selbst diese beeindruckende fundamentale Stärke die Aktie nicht vor heftigen Kursverlusten schützte, mag etwas überraschen. Anderseits offeriert der heftige Abverkauf antizyklisch agierenden Anlegern (unverhoffte) Chancen.
Das März-Hoch thront im Bereich von 252 US-Dollar über dem Kursverlauf des Goldproduzenten. Heftige Gewinnmitnahmen erschütterten die Aktie zwischenzeitlich. Im Ergebnis kam es an der eminent wichtigen Unterstützungszone um 150 US-Dollar zum großen charttechnischen Showdown. Die Unterstützung hielt. Agnico Eagle Mines drehte wieder nach oben ab. Es „riecht“ nach einer unteren Trendwende. Wichtig: Um die untere Trendwende zu forcieren, muss die Aktie nun den Widerstandsbereich 175 US-Dollar / 185 US-Dollar aufbrechen. Deutliche Rücksetzer unter die 150 US-Dollar würden hingegen eine Neubewertung der Lage notwendig machen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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