Rebound-Alarm
Redcare-Aktie liefert zweistelliges Kursplus: Das ist der Grund
Die Online-Apotheke legt überraschend starke Zahlen vor und schraubt die Prognose hoch. Die Aktie startet durch und holt ihre Verluste des laufenden Jahres fast vollständig auf.
- Umsatzsprung April/Mai gut 20% und YTD knapp 19%
- Jahresprognose erhöht auf plus 15–17% Umsatz
- Aktie +12% nach Zahlen UBS Kursziel 60 Euro
- Report: Achtung, Korrektur!
Redcare Pharmacy liefert seinen Anlegern am Dienstag einen handfesten Grund zur Freude: Das Papier der Online-Apotheke schoss um zwölf Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen am Vorabend überraschend Zahlen zum laufenden Quartal nachgereicht und seine Jahresprognose angehoben hatte.
Auslöser war ein Umsatzsprung in den Monaten April und Mai von gut 20 Prozent im Jahresvergleich. Über die ersten fünf Monate des Jahres summiert sich das Wachstum auf knapp 19 Prozent und liegt damit spürbar über der ursprünglichen Zielspanne von 13 bis 15 Prozent.
Das Management nutzte die starken Werte, um gleich die komplette Jahresprognose nach oben zu korrigieren: Beim Konzernumsatz wird nun ein Plus von 15 bis 17 Prozent erwartet, beim rezeptfreien Geschäft 10 bis 12 Prozent. Das deutsche Rezeptgeschäft soll zwischen 680 und 720 Millionen Euro einspielen, die bereinigte Ebitda-Marge zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen.
Ungewöhnlich war dabei vor allem der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Normalerweise meldet Redcare seine Quartalsumsätze erst Anfang Juli, die vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal folgen wie geplant am 29. Juli.
Für die Analysten der UBS kam die Anhebung selbst dagegen wenig überraschend. Bereits im eigenen Preis-Tracker hatten sie beobachtet, dass die Rabatte auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente seit dem Tiefpunkt im Februar kontinuierlich kleiner wurden, was die Geschäftsentwicklung gestützt habe.
Die Analysten erhöhten im Zuge der neuen Vorgaben auch ihre eigenen Schätzungen deutlich, das Kursziel steigt von 55 auf 60 Euro, die Empfehlung bleibt allerdings auf Halten. Die Schweizer kalkulieren nun mit einem Umsatzwachstum am oberen Rand der Unternehmensprognose und mit einem deutschen Rx-Geschäft von 715 Millionen Euro.
Für die kommenden Jahre rechnen sie im Schnitt mit rund sechs Prozent höheren Ebitda-Werten als zuvor. Ihr Fazit fassten die UBS-Experten so zusammen: "Wir sehen weiterhin im deutschen Rezeptgeschäft die Hauptquelle für mögliches Aufwärtspotenzial."
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
