Tech-Nebenwerte im Höhenflug
Fab Five: Das sind die heimlichen KI-Gewinner
Fünf Softwarefirmen, ein gemeinsamer Nenner: KI treibt ihr Wachstum an, und die Wall Street traut ihnen noch mehr zu. Welche Aktien die Analysten von BofA im Blick haben.
- KI treibt Umsatzwachstum der fünf Softwarefirmen
- Datadog Spitzenreiter mit rund siebzig Prozent
- Vorsichtige Prognosen eröffnen Aufwärtspotenzial
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Während viele Technologiewerte 2026 mit den Nerven der Anleger spielen, gibt es eine Gruppe von Softwarefirmen, die sich davon bislang wenig beeindrucken lässt. Die Analysten von Bank of America haben fünf Unternehmen aus dem Bereich Infrastruktursoftware identifiziert, die sie schlicht die "Fab Five" nennen: Datadog, JFrog, MongoDB, Snowflake und Twilio.
Der Befund der Bank ist eindeutig. Seit ihren jüngsten Quartalszahlen haben diese fünf Aktien im Schnitt um rund ein Drittel zugelegt, während der breitere Vergleichssektor nur einen einstelligen Prozentsatz zulegen konnte. Spitzenreiter ist Datadog, das seit der Vorlage der Zahlen im Mai um weit über die Hälfte gestiegen ist und seit Jahresbeginn sogar rund 70 Prozent gewonnen hat.
Der gemeinsame Treiber heißt künstliche Intelligenz, allerdings nicht als vages Buzzword, sondern als messbarer Umsatzbringer. Bei Datadog wächst das KI-Geschäft nach BofA-Schätzungen mit dreistelligen Raten und macht inzwischen einen relevanten Teil des Gesamtumsatzes aus.
JFrog profitiert davon, dass KI-generierter Code in wachsendem Umfang gespeichert und geprüft werden muss. Snowflake wiederum hat auf seiner Investorenveranstaltung Anfang Juni angekündigt, bis zum Geschäftsjahr 2028 profitabel werden zu wollen, was die Analysten als Signal für deutlich mehr Spielraum nach oben werten.
Auch bei den reinen Wachstumszahlen zeigt sich ein klares Muster: Bei allen fünf Firmen hat sich das Umsatzwachstum im jüngsten Quartal beschleunigt, und die Ergebnisse fielen durchweg deutlicher besser aus als von Analysten erwartet, mit steigender Tendenz von Quartal zu Quartal.
Einzig MongoDB konnte mit seinem Cloud-Geschäft Atlas, das ebenfalls zweistellig zulegte, die Anleger nicht vom Hocker reißen. Die Bank sieht darin aber kein Warnsignal, sondern eher eine Frage des Timings, da der große KI-Schub bei kundennahen Anwendungen ihrer Einschätzung nach erst noch kommt.
Bemerkenswert ist zudem, wie zurückhaltend die Unternehmen selbst ihre Prognosen kommunizieren. Die Bank beschreibt das Vorgehen von JFrog so, dass das Management bewusst nur auf bereits fest zugesagte Verträge setzt und mögliche Zusatzumsätze außen vor lässt. Genau diese Vorsicht, so das Kalkül der Analysten, schafft Raum für weitere positive Überraschungen in den kommenden Quartalen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
