Nach dem Kursrutsch
Bank of America sieht Chancen bei Exxon – trotz möglichem Kriegsende
Die Bank of America stuft Exxon Mobil hoch und sieht weiteres Potenzial. Der Konzern könnte sowohl von Frieden als auch von neuen Spannungen profitieren.
- Bank of America stuft Exxon von Neutral auf Kaufen
- Kurs unter Druck trotz geopolitischer Vorteile
- Exxon profitiert bei Entspannung oder Eskalation
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Die mögliche Annäherung zwischen den USA und dem Iran sorgt für Bewegung an den Energiemärkten. Ausgerechnet jetzt empfiehlt die Bank of America Anlegern den Einstieg bei Exxon Mobil.
Bank of America hebt Bewertung an
Die US-Bank hat die Aktie des Öl- und Gaskonzerns von "Neutral" auf "Kaufen" hochgestuft. Gleichzeitig erhöhte sie ihr Kursziel auf 154 US-Dollar, was jedoch noch unter dem Durchschnitt der Wall-Street-Analysten von 169,91 US-Dollar liegt, wie Daten von SeekingAlpha zeigen.
Analystin Jean Ann Salisbury sieht die jüngste Kursschwäche als Chance. "Der jüngste Kursrückgang der Exxon-Aktie führt dazu, dass [...] das fundamentale Abwärtsrisiko minimal ist, während gleichzeitig die Aufwärtspotenziale erhalten bleiben, sollte ein Abkommen mit dem Iran ins Stocken geraten und die Rohstoffpreise steigen", schrieb sie in einer Mitteilung an Kunden.
Mit einer Trefferquote von 65 Prozent zählt Salisbury laut TipRanks zu den verlässlicheren Stimmen an der Wall Street. Im Ranking der Plattform belegt sie Platz 1.997 unter 12.304 erfassten Analysten.
Kurs unter Druck trotz geopolitischer Vorteile
Die Aktie hat im zweiten Quartal fast 17 Prozent verloren. Seit Beginn des Konflikts mit dem Iran am 28. Februar schwankte der Kurs deutlich und folgte dabei den Bewegungen am Ölmarkt.
Am Montag verlor die Aktie weitere mehr als 4 Prozent. Auslöser waren Signale aus Washington, wonach eine Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts mit dem Iran erreicht worden sei.
Nach Ansicht von Salisbury spiegelt der aktuelle Kurs die tatsächlichen Vorteile der geopolitischen Entwicklung nicht wider. Die Aktie notiere inzwischen sogar unter dem Niveau vom Beginn des Konflikts, "trotz eines klaren Netto-Aufwärtspotenzials aufgrund der Auswirkungen des Krieges".
Exxon könnte in jedem Szenario profitieren
Die Analystin sieht Exxon sowohl bei einer Entspannung der Lage als auch bei einer erneuten Eskalation gut positioniert. Die Unsicherheit im Nahen Osten könnte dem Konzern künftig zusätzliche Verhandlungsmacht verschaffen.
Die Unsicherheit im Nahen Osten könnte Exxon "künftig mehr Verhandlungsmacht in Katar und anderen Ländern des Nahen Ostens verschaffen, da immer mehr Länder eine Öffnung für die Erschließung von Vorkommen anstreben", so Salisbury.
Analysten bleiben gespalten
An der Wall Street gehen die Meinungen über Exxon weiterhin auseinander. Nach Daten von LSEG empfehlen 13 von 27 beobachtenden Analysten die Aktie zum Kauf oder stufen sie als starken Kauf ein. Weitere 13 Experten raten zum Halten. Ein Analyst bewertet die Aktie schlechter als den Gesamtmarkt.
Auch bei der Bewertung erscheint Exxon vergleichsweise günstig. Laut FactSet wird die Aktie aktuell mit dem 23,8-Fachen der vergangenen Jahresgewinne gehandelt. Konkurrent Chevron kommt dagegen auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31,3.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Exxon Mobil Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,16 % und einem Kurs von 121,5USD auf Tradegate (16. Juni 2026, 17:06 Uhr) gehandelt.

