Nach Jahren des Drucks
Intel erreicht nächsten Meilenstein – und plötzlich wird Apple spannend
Intel hat einen wichtigen Meilenstein bei seiner neuen Fertigungstechnologie erreicht. Nun wächst die Hoffnung auf neue Kunden wie Apple.
- Intel 18A-P hat die Risikoproduktion erreicht
- Bis zu 9% mehr Leistung oder 18% weniger Energie
- Möglichkeit, Apple als Foundry-Kunde zu gewinnen
- Report: Achtung, Korrektur!
Intel treibt den Umbau seines Auftragsfertigungsgeschäfts voran. Auf dem VLSI Symposium 2026 gab Intel Foundry bekannt, dass die neue Fertigungstechnologie Intel 18A-P in die Risikoproduktion eingetreten ist. Damit hält der Konzern den Zeitplan ein, den er Kunden und Partnern bereits im vergangenen Jahr vorgestellt hatte.
"Unsere Neuigkeiten und Präsentationen auf der VLSI signalisieren den Kunden und Partnern von Intel Foundry, dass wir uns langfristig voll und ganz der Innovation im Bereich modernster Fertigungsprozesse verschrieben haben", sagte Naga Chandrasekaran, Executive Vice President und General Manager von Intel Foundry. "Dies ist ein langer Weg, und auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt, freuen wir uns über die Gelegenheit, Ihnen unsere Fortschritte bei Intel 18A-P und unseren längerfristigen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben vorzustellen."
Mehr Leistung bei geringerem Energieverbrauch
Nach Angaben von Intel bietet Intel 18A-P gegenüber Intel 18A eine um 9 Prozent höhere Leistung bei gleichem Energieverbrauch oder einen um 18 Prozent niedrigeren Energieverbrauch bei gleicher Leistung. Zudem wurden die thermischen Eigenschaften verbessert und die Flexibilität für Chipdesigner erweitert.
Zu den Neuerungen gehören eine neue Transistoroption namens "Power Boost", optimierte Verbindungen innerhalb des Chips sowie weitere Verbesserungen bei Energieeffizienz und Taktraten. Transistoren bilden die grundlegenden Schaltelemente moderner Halbleiterchips und steuern den Fluss elektrischer Signale. Intel betont zudem, dass bestehende Designs für Intel 18A weitgehend unverändert auf Intel 18A-P übertragen werden können.
Grundlage für kommende Chipgenerationen
Auf der Konferenz stellte Intel außerdem neue Forschungsergebnisse zu sogenannten Gate-all-around-Transistoren und der rückseitigen Stromversorgung vor. Laut Intel ermöglichen diese Technologien kleinere, effizientere und leistungsfähigere Chips.
Eric Karl, Vice President und Fellow bei Intel Foundry, berichtete von einer um 11 Prozent reduzierten Chipfläche und einer deutlichen Verringerung von Spannungsschwankungen. Dadurch seien bis zu 6 Prozent höhere Taktraten oder mehr als 15 Prozent weniger dynamischer Energieverbrauch möglich.
Forschung für die Zeit nach 18A
Intel stellte zudem mehrere Forschungsprojekte für künftige Chipgenerationen vor. Dabei arbeitet das Unternehmen an neuen Transistortypen, effizienteren Stromlösungen und verbesserten Verbindungen innerhalb von Chips. Damit will Intel die Leistung seiner Halbleiter auch in den kommenden Jahren weiter steigern.
Apple-Gerüchte sorgen für zusätzliche Fantasie
Besondere Aufmerksamkeit erhält Intel 18A-P wegen möglicher Kunden aus dem Umfeld von Apple. Chipanalyst Ben Bajarin sagte gegenüber CNBC, dass Apple voraussichtlich zunächst auf Intel 18A-P warten werde.
Auch Neil Shah von Counterpoint Research sieht in der verbesserten Technologie einen möglichen Türöffner. Auf X schrieb er, Intel 18A-P bringe die notwendigen Fortschritte bei Leistung und Energieeffizienz mit und könne Apple anziehen. Demnach könnte Apple die Technologie für einen künftigen Apple-Silicon-M7-Chip testen.
@Intel_Foundry new 18A-P brings in necessary enhancement to performance and power efficiency and likely to attract Apple which is potentially trialling to get in Apple Silicon M7 likely as reported by @CNBC @KatieTarasov
— Neil Shah (@neiltwitz) June 17, 2026
This could be a good start for $INTC and Apple instead… https://t.co/HJc9lXR2iE
Shah hält ein solches Projekt für einen sinnvollen Einstieg. Statt die besonders volumenstarken und kritischen iPhone-Prozessoren sofort auszulagern, könnte Apple zunächst einen weniger risikoreichen Chip bei Intel fertigen lassen. Entscheidend werde jedoch sein, ob Intel bei den Ausbeuteraten das Niveau von Marktführer TSMC erreichen könne. "TSMC ist hier der Maßstab", so Shah. Die Fähigkeit, dauerhaft hohe Fertigungsqualität zu liefern, werde über den Erfolg einer möglichen Partnerschaft entscheiden.
Für Intel wäre ein Apple-Auftrag ein bedeutender Vertrauensbeweis. Noch wichtiger dürfte jedoch sein, dass der Konzern mit Intel 18A-P einen weiteren Beleg liefert, dass seine Fertigungsstrategie Fortschritte macht.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

