Nächster Rebound oder Absturz?
SAP-Aktie: Das wird jetzt eine ganz enge Kiste!
Nach einer heftigen Verlustserie steht die SAP-Aktie wieder einmal unmittelbar vor neuen Tiefs. Kann die nächste Verkaufslawine noch abgewendet werden?
- SAP-Aktie in dominantem Abwärtstrend, Risiko steigt
- Unter 140 Euro droht Verkaufskaskade durch Stopps
- Bullishe Divergenzen geben Hoffnung auf Trendwende
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Aktienmarkt steigt weiter, doch Software-Titel gehen leer aus
Trotz eines nach der Ankündigung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran festem Marktumfeld und neuer Kursrekorde an der Wall Street – der vielbeachtete Dow-Jones-Index erreichte am Dienstag erstmals in seiner Geschichte einen Stand von über 52.000 Punkten – tut sich die Aktie von DAX-Schwergewicht SAP mit einer nachhaltigen Erholung schwer.
Nach einer kurzen Bärenmarktrallye innerhalb der Softwarebranche notierten die Anteile zeitweise zwar wieder oberhalb der 50-Tage-Linie, womit ein erstes prozyklisches Kaufsignal vorlag. Doch diese Ausgangslage haben die Käuferinnen und Käufer nach der Verlustserie in den vergangenen Tagen verspielt, ganz ohne, dass es in Bezug auf die Walldorfer schlechte Nachrichten gegeben hätte.
SAP: Das schaut für die Aktie schon wieder gar nicht gut aus ...
Mit Blick in den Chart der Aktie zeigt sich, dass die Bullen ihre Chancen auf einen weiteren Kursanstieg und damit auch die Option auf eine Trendwende zwar noch nicht gänzlich verspielt haben, viel fehlt jedoch nicht und es könnte eine neue Verkaufslawine mit weiteren Tiefs und neuen Sell-Signalen einsetzen.
Trotz Zwischenerholung: Der Abwärtstrend dominiert auch weiterhin
Die Großwetterlage ist bei SAP unverändert. Die Aktie handelt in einem übergeordneten Abwärtstrend. Der tiefste Stand seit Januar 2024, markiert bei 135,44 Euro, stellte ein Mehrjahrestief und als solches ein Verkaufssignal dar. Dieses blieb bislang jedoch ohne Wirkung, da in den technischen Indikatoren RSI und MACD bereits seit einiger Zeit bullishe Divergenzen vorliegen.
Mit deren Hilfe gelang es den Käuferinnen und Käufern, im Bereich von 140 Euro einen Boden zu etablieren. Nachdem zwei erste Anstiegsversuche über die 50-Tage-Linie scheiterten, gelang im Rahmen einer branchenweiten Erholung der Sprung darüber. Das zwischenzeitlich entstandene Kaufsignal führte dann zum Überwinden von 160 Euro und dem Vordringen in den Widerstandsbereich zwischen 160 und 180 Euro – ein Ausbruch darüber hinaus blieb jedoch aus.
Unter 140 Euro könnte es schnell zu einem Kursrutsch kommen
Genau das könnte für Anlegerinnen und Anleger jetzt zum Problem werden, denn durch die daraufhin einsetzenden Gewinnmitnahmen ist die SAP-Aktie wieder unter die 50-Tage-Linie gerutscht, womit das jüngste Kaufsignal dahin ist. Gleichzeitig wurde die Entschlossenheit der Bullen, 140 Euro zu verteidigen, in den vergangenen Tagen bereits getestet.
Wird diese Marke unterschritten, dürften neue Mehrjahrestiefs und damit auch neue Verkaufssignale kaum zu verhindern sein. Viele Investoren dürften ihre Stopps knapp unterhalb der jüngsten Tiefs gelegt haben, sodass es unter 140 Euro rasch zu einer Verkaufskaskade kommen könnte.
Für einen Ausbruch zur Unterseite sprechen die aktuell schwachen technischen Indikatoren. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt nur knapp über dem überverkauften Bereich, während der Trendstärkeindikator MACD unter seine Nulllinie gefallen ist und damit einen neuen Abwärtstrend anzeigt. Dass er dabei gleichzeitig unter seiner (roten) Signallinie notiert, lässt eine Beschleunigung der Verkaufsdynamik befürchten.
Noch besteht Hoffnung, aber das Eis ist dünn
Ausgemachte Sache ist ein Absturz der SAP-Aktie jedoch noch nicht, denn trotz der jüngsten Verkaufsserie sind die bullishen Divergenzen in RSI und MACD intakt geblieben. Damit besteht weiterhin die Chance auf eine Trendwende – trotz der aktuell ausgeprägten Schwäche.
Um diese zu wahren, darf SAP aber unter keinen Umständen nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlussbasis) unter 140 Euro fallen. Gelingt es, diesen Boden zu verteidigen, dürften die Anteile erneut über die 50-Tage-Linie und zumindest bis 160 Euro ansteigen, wo dann die nächste Bewährungsprobe anstünde. Das initiale Anstiegspotenzial von etwa 10 Prozent steht somit einem Verlustpotenzial von etwa 2 Prozent gegenüber für Anlegerinnen und Anleger, welche die Aktie kaufen und einen Stopp bei etwas unter 140 Euro platzieren.
Fazit: Warten, bis sich die Lage entschärft hat
Nach einer zwischenzeitlich kräftigen Erholung notiert die SAP-Aktie bereits wieder mit technischen Schwierigkeiten. Die Chance auf einen erneuten Kursanstieg und die Option auf eine dauerhafte Trendwende sind mit Blick auf den Boden bei 140 Euro zwar noch nicht vertan, da aber genau dieser Boden gefährdet ist, besteht jetzt eine angespannte Ausgangslage.
Für einen Neueinstieg ist die SAP-Aktie nur bei straffem Risikomanagement und dem konsequenten Einsetzen von Stopp-Loss-Orders empfohlen. Wer die Anteile bereits hält, muss darauf hoffen, dass 140 Euro halten und darunter gegebenenfalls den Verkauf erwägen.
Dass die Unternehmensbewertung mit einem KGVe 2026 von 20 und einer erwarteten Cashflow-Rendite von über 6 Prozent inzwischen sehr moderat ist, ermutigt zwar, hat bislang aber nicht zu einer nachhaltigen Erholung beigetragen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die SAP Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,10 % und einem Kurs von 142,6EUR auf Tradegate (17. Juni 2026, 09:29 Uhr) gehandelt.


