China wird zum Albtraum
BMW verliert 8 %: "Dicke Margenwarnung" löst Sell-off bei Autobauern aus
Die BMW-Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit Herbst 2020. Analysten sehen die Krise in China längst nicht mehr als Einzelfall – auch Mercedes und VW geraten unter Druck.
- BMW-Aktie erreicht Tiefststand seit Herbst 2020
- China-Krise als Warnsignal für Mercedes und VW
- Vorstand beschleunigt Spar- und Effizienzmaßnahmen
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Der Preiskampf in China verschärft sich zunehmend. Hohe Energiepreise, die Folgen des Nahostkonflikts und eine schwächere Verbraucherstimmung belasten zusätzlich. BMW rechnet deshalb inzwischen mit einem leichten Rückgang der weltweiten Auslieferungen statt mit einer stabilen Entwicklung.
An der Börse löste die Gewinnwarnung einen Ausverkauf aus. Im vorbörslichen Handel sackte die Aktie auf 62,15 Euro ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit Herbst 2020. Gegenüber dem Xetra-Schluss verlor das Papier 8,5 Prozent. Auch die Aktien von Mercedes-Benz gerieten mit einem Minus von rund 3 Prozent unter Druck.
Der neue Vorstandschef Milan Nedeljkovic kündigte umfassende Gegenmaßnahmen an. Bestehende Sparprogramme würden beschleunigt und um weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen ergänzt. "Es geht um Geschwindigkeit und Effizienz", sagte Nedeljkovic. Die Maßnahmen dürften das Ergebnis im zweiten Halbjahr zunächst belasten, ihre Wirkung aber erst in den kommenden Jahren entfalten.
Analysten sehen in der Gewinnwarnung mehr als ein unternehmensspezifisches Problem. Die kanadische Bank RBC spricht von einem möglichen Warnsignal für andere europäische Hersteller wie Mercedes-Benz und Volkswagen, die ebenfalls stark vom China-Geschäft abhängig sind.
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bezeichnete die Prognosesenkung als "Weckruf für die Autobranche". Europäische Premiumhersteller seien im Kompaktsegment in China derzeit preislich nicht konkurrenzfähig. Barclays sprach angesichts der drastisch gesenkten Margenziele von einer "dicken Margenwarnung".
Für etwas Zuversicht sorgt aus Sicht von Goldman Sachs die unveränderte Ausschüttungspolitik. BMW hält an seiner Dividendenquote von 30 bis 40 Prozent sowie am laufenden Aktienrückkaufprogramm fest. Analyst Christian Frenes hält angesichts des Kursrückgangs sogar zusätzliche Rückkäufe für möglich.
BMW veröffentlicht seine Zahlen für das zweite Quartal am 30. Juli. Dann dürfte sich zeigen, wie tief die Krise in China tatsächlich reicht.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

