Selbst Burry sagt: Nein danke
SpaceX zwischen Gier und Crashangst: Wall Street wettet auf +50 oder -50 %
Die neuen Optionen zeigen, wie gespalten Anleger sind. Selbst Shortseller Michael Burry hält sich von einer Wette auf den Hype fern.
- Optionen zeigen gespaltene Anleger und Rekordhandel
- Aktie 50% über Ausgabepreis bei 2,8 Bio nach Emission
- Michael Burry hält keine Position trotz Versuchung
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Der Hype um SpaceX erreicht eine neue Stufe. Nach dem größten Börsengang der US-Geschichte feierten die Optionen auf die Aktie ein Rekorddebüt und heizten die Debatte über die Bewertung des Unternehmens weiter an.
Bereits am ersten Handelstag wechselten rund zwei Millionen Optionskontrakte den Besitzer. Laut der Terminbörse Cboe wurden zeitweise etwa 10.000 Kontrakte pro Minute gehandelt – ein Rekord für den Start neuer Aktienoptionen. Die Anleger setzten dabei überwiegend auf steigende Kurse. Das Verhältnis von Put- zu Call-Optionen lag bei 0,7, was auf eine deutlich bullishe Stimmung hindeutet.
Die Euphorie hat ihren Preis: Die SpaceX-Aktie notiert inzwischen rund 50 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar und bringt das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von etwa 2,8 Billionen US-Dollar. Damit nähert sich SpaceX der Bewertung von Microsoft an und hat Amazon bereits hinter sich gelassen.
Die Optionsmärkte spiegeln die enorme Unsicherheit wider. Laut Berechnungen des Brokerhauses Susquehanna besteht eine Wahrscheinlichkeit von rund 15 Prozent, dass die Aktie bis September weitere 50 Prozent zulegt. Gleichzeitig sehen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 13 Prozent, dass das Papier in den kommenden drei Monaten die Hälfte seines Werts verliert.
"Die Extrempositionen erscheinen zu teuer, um sie zu kaufen, aber auch zu gefährlich, um sie zu verkaufen", schrieb Susquehanna-Stratege Chris Murphy. Anleger müssten abwägen, ob SpaceX die hohen Erwartungen an Wachstum und Profitabilität erfüllen könne.
Auch der bekannte Investor Michael Burry sieht die Entwicklung skeptisch – ohne jedoch gegen die Aktie zu wetten. Der durch "The Big Short" bekannt gewordene Fondsmanager erklärte, er halte derzeit keine Position in SpaceX: "Weder Short noch, ähm, Long."
Zwar habe ihn eine langfristige Put-Option "in Versuchung geführt". Letztlich verzichtete Burry aber auf eine Wette gegen die Aktie. Er verwies darauf, dass SpaceX bei einer Bewertung von 2,8 Billionen US-Dollar weniger als 20 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz erzielt.
Für Marktbeobachter ist das ein Warnsignal. "Irgendwann kommt der Moment der Wahrheit, in dem die Fundamentaldaten dieser Aufregung gerecht werden müssen", sagte Peter Boockvar von One Point BFG Wealth Partners, gegenüber CNBC. Bis dahin dürfte die Aktie vor allem von Euphorie, Elon Musk – und einem der heißesten Optionsmärkte der Wall Street getrieben werden.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

