Trump verschiebt China-Schlag
USA gegen DeepSeek: Der nächste Schritt könnte China treffen
Washington sieht DeepSeek als Risiko für die nationale Sicherheit. Doch Trump zögert mit neuen Sanktionen gegen China, während das KI-Start-up Milliarden einsammelt.
- Washington stuft DeepSeek als Risiko für die Sicherheit
- Trump zögert mit Sanktionen während DeepSeek Milliarden
- Finanzstruktur sichert Liang Kontrolle über DeepSeek
- Report: Achtung, Korrektur!
Donald Trump hat neue Handelsbeschränkungen gegen chinesische Technologiefirmen vorerst verschoben. Das berichtet Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Betroffen sind demnach das chinesische Start-up für Künstliche Intelligenz DeepSeek, der Speicherchip-Hersteller ChangXin Memory Technologies und mehr als 100 weitere Unternehmen.
Die Firmen gelten in Washington als mögliche Risiken für die nationale Sicherheit. Trotzdem hat das US-amerikanische Handelsministerium ihre Aufnahme in die Handelssperrliste bisher nicht veröffentlicht. Die Regierung will offenbar eine weitere Eskalation mit Peking vermeiden.
Ein hochrangiger Beamter des US-amerikanischen Außenministeriums sagte Reuters, DeepSeek habe militärische und nachrichtendienstliche Aktivitäten Chinas unterstützt. Zudem soll das Unternehmen versucht haben, über Briefkastenfirmen in Südostasien illegal an US-amerikanische Chips zu gelangen.
Auch ChangXin Memory Technologies steht im Fokus
Der führende chinesische Speicherchip-Hersteller wurde bereits vom amerikanischen Verteidigungsministerium als chinesisches Militärunternehmen eingestuft.
Für Unternehmen auf der schwarzen Liste wären die Folgen erheblich. US-amerikanische Firmen dürften ihnen ohne Lizenz keine Waren, Software oder Technologie liefern. Solche Genehmigungen werden in der Regel verweigert. Seit Oktober 2025 hat Washington jedoch keine neuen Firmen mehr aufgenommen. Reuters zufolge ist das die längste Pause seit mehr als zehn Jahren.
Mindestens 75 chinesische Unternehmen aus den Bereichen moderne Halbleiter, Chipfertigungsanlagen und Künstliche Intelligenz sollen bereits für die Aufnahme genehmigt worden sein. Offiziell stehen sie aber noch nicht auf der Liste.
Weitere Kandidaten sollen Komponenten für russische Drohnen geliefert haben, die im vergangenen September in Polen sichergestellt wurden. Andere Firmen sollen verbotene Nvidia-Chips an chinesische Universitäten verkauft haben. Auch Hersteller von Drohnen und Roboterhunden für das chinesische Militär stehen laut Reuters im Blick der Behörden.
Der Streit zeigt die wachsende Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China. Washington setzt auf Zölle und Exportkontrollen, um Chinas technologischen Aufstieg zu bremsen. Peking verfügt dagegen über erheblichen Einfluss bei Seltenen Erden.
Parallel sorgt DeepSeek mit einer neuen Finanzierungsrunde für Aufmerksamkeit. Nach einem Bericht von The Information hat das Unternehmen mehr als 50 Milliarden Yuan eingesammelt. Das entspricht etwa 7,40 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung soll bei mehr als 50 Milliarden US-Dollar liegen.
Die Finanzierungsstruktur soll die Kontrolle von Gründer und Konzernchef Liang Wenfeng sichern. Investoren zahlten ihr Kapital dem Bericht zufolge nicht direkt in DeepSeek ein. Stattdessen floss es in eine Kommanditgesellschaft, die Liang verwaltet.
Laut The Information akzeptieren Investoren eine Sperrfrist von fünf Jahren und erhalten keine Stimmrechte. Eine Ausnahme bildet der nationale chinesische Investmentfonds für Künstliche Intelligenz. Er investierte direkt und behält Stimmrechte sowie volle Flexibilität.
Reuters hatte bereits berichtet, dass Liang selbst 20 Milliarden Yuan aus seinem eigenen Vermögen zugesagt habe. Tencent soll ein Investment von 10 Milliarden Yuan prüfen. Der Batteriehersteller CATL erwägt demnach eine Beteiligung von fünf Milliarden Yuan.
DeepSeek gilt als Chinas wichtigster Hoffnungsträger im Bereich Künstliche Intelligenz. Die Modelle V3 und R1 sorgten im Silicon Valley für Aufsehen und stellten die Einschätzung infrage, wie weit China technologisch bereits ist.
Für Anleger bleibt DeepSeek damit ein Symbol für den Machtkampf zwischen Washington und Peking. Die Vereinigten Staaten könnten härter durchgreifen. Doch die Trump-Regierung zögert. Genau das zeigt, wie heikel der nächste Schritt im Technologiekrieg geworden ist.
Autorin: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

