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Süss Microtec Flacher Geschäftsverlauf

Gastautor: Klaus Singer
01.08.2001, 12:39  |  336   |   |   
Die Süss MicroTec hat im zweiten Quartal mit 50 Mio. Euro 47 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr. Die Erlöse summieren sich damit in den ersten sechs Monaten auf mehr als 102 Mio. Euro - eine Steigerung von reichlich 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Achillesferse ist der Verlauf des Auftragseingangs. Nachdem in den ersten drei Monaten noch neue Orders im Wert von rund 55 Mio. Euro eingingen, sank deren Wert jetzt auf 40 Mio. Euro. Das Verhältnis zu den Periodenumsätzen lag im ersten Quartal mit 1,1 noch im grünen Bereich. Jetzt sank es auf schwache 0,8. Auch im Jahresvergleich zeigt sich die Abkühlung: Im Vorjahr erbrachte das zweite Quartal noch neue Aufträge im Gesamtwert von 52,6 Mio. Euro.

Damit ist klar, dass sich auch Süss nicht dem aktuellen Abschwung der Chip-Konjunktur entziehen kann. Da das Geschehen in Europa demjenigen in Amerika einige Monate hinterherläuft, dürfte die Talsohle der Entwicklung hier noch nicht erreicht sein.

Süss sieht den aktuellen Auftragseingang aber zu Recht auf einem immer noch erfreulich hohen Niveau, verglichen mit dem Umfeld der Halbleiterindustrie. Das liegt daran, dass das Unternehmen zu einem bedeutenden Teil technologisch neue Anwendungen bedient. Unter dem Begriff Advanced Packaging werden gegenwärtig neue Verbindungstechnologien eingeführt. Süss liefert hierzu die Produktionsmaschinen und gilt als Weltmarktführer (Historie). Das entkoppelt die Geschäftslage von Süss etwas. Technische Innovationen werden jetzt in Betrieb genommen, damit sie bei einem künftigen Aufschwung sofort in die Massenproduktion gehen können. Daher sollte das Geschäft von Süss sowohl aktuell weniger stark einbrechen, als auch bei einem Aufschwung des Chip-Sektors wieder schneller in Fahrt kommen. Ganz aktuelles Beispiel für eine solche Entwicklung sind die Quartalszahlen von KLA-Tencor(Historie).

Das Unternehmen sieht sich nach der ersten Jahreshälfte voll im Rahmen der selbst gesteckten Ziele. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand unverändert mit einer Umsatzsteigerung von 30 Prozent auf rund 210 Mio. Euro und mit einem Ergebnis nach Steuern von etwa 16 Mio. Euro nach 12 Mio. Euro im Vorjahr.

Die amerikanische Branchenorganisation der Hersteller von Produktionsanlagen für die Chip-Industrie SEMI hat kürzlich Marktzahlen veröffentlicht, die als frühes Indiz für das Erreichen der Talsohle sprechen könnten. Aber: „Wir zögern, schon von einer Trendwende zu sprechen, “ erklärt Elizabeth Schumann, die bei der SEMI für das Research zuständig ist (Historie).

Zur Zeit beobachten acht Analysten das Unternehmen. Vier sprechen „strong buy“ als Empfehlung aus, drei raten zum „buy“, einer sieht die Aktie als Halteposition. Sie erwarten für 2001 im Mittel 1,25 Euro Gewinn je Aktie, für das nächste Jahr werden 1,79 Euro geschätzt. Im abgelaufenen Jahr waren 0,91 Euro je Aktie verdient worden. Der Börsenwert kommt auf rund 400 Mio. Euro, das 2001-er KGV errechnet sich beim aktuellen Kurs von 30,70 Euro mit knapp 25. Bei 30 Prozent Wachstum ergibt sich ein diesjähriges PEG von 0,8, bezogen auf das nächste Jahr kommt man auf 0,6. Die Bewertung ist damit nicht überzogen, jedoch dürfte in der nächsten Zeit vor allem Unsicherheit das Kursbild prägen.
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