Abnehmpille stark gefragt
Drei Millionen Rezepte in 22 Wochen: Warum Analysten bei Novo Nordisk nachlegen
Die Wegovy-Pille verkauft sich schneller als gedacht. Analysten der Privatbank Berenberg reagieren mit einer deutlichen Kurszielanhebung und sehen für Novo Nordisk noch Potenzial nach oben.
- Wegovy-Pille verkauft sich deutlich besser als gedacht
- Berenberg hebt Kursziel auf 325 Kronen, 14% Potenzial
- Drei Millionen Rezepte in 22 Wochen in den USA
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Berenberg sieht in der Wegovy-Tablette den entscheidenden Wachstumstreiber für Novo Nordisk und schraubt das Kursziel kräftig nach oben. Die Analysten der Privatbank erhöhen ihre Empfehlung für die Aktie des dänischen Pharmakonzerns von 300 auf 325 dänische Kronen, die Einstufung bleibt bei Kaufen. Bei einem aktuellen Kurs von rund 280 Kronen entspricht das einem Aufwärtspotenzial von etwa 14 Prozent.
Anlass ist ein Gespräch mit Jamey Millar, dem US-Chef von Novo Nordisk. Die Nachfrage nach der oralen Version des Abnehmmittels Wegovy entwickelt sich deutlich besser als erwartet. Innerhalb von nur 22 Wochen nach dem Marktstart im Januar wurden in den USA rund drei Millionen Rezepte für die Pille ausgestellt.
Berenberg rechnet für 2026 inzwischen mit Pillenumsätzen von rund 18 Milliarden Kronen, der Marktkonsens liegt bei lediglich elf Milliarden. Die Konkurrenz von Eli Lilly, deren orales Produkt Foundayo ebenfalls gestartet ist, habe dem Geschäft bislang kaum geschadet.
Auch bei der höher dosierten Spritzenvariante Wegovy HD, die im April auf den Markt kam, zeigt sich ein positiver Nebeneffekt: Rund 80 Prozent der Patienten, die auf die stärkere 7,2-Milligramm-Dosis wechseln, kamen zuvor von der niedrigeren Dosierung und wären sonst womöglich zur Konkurrenz abgewandert. Legen Pille und Spritze in der zweiten Jahreshälfte weiter zu, halten die Analysten sogar eine erneute Anhebung der Jahresprognose für denkbar.
Der Herbst dürfte spannend werden: Am 21. September lädt der Konzern zum Kapitalmarkttag, zudem stehen Zulassungsentscheidungen zu CagriSema und zum Bluterpräparat Mim8 an. Bei der Bewertung sehen die Analysten noch Luft, Novo Nordisk handelt mit einem Abschlag von gut 13 Prozent zum Branchendurchschnitt großer Pharmakonzerne.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
