KI-Hunger frisst Apples Marge
Apple-Schock: KI-Boom macht iPhone, iPad und Mac jetzt teurer
Apple will wegen teurer Speicherchips Preise erhöhen. Der KI-Boom verknappt DRAM und NAND, konkrete Produkte oder Termine nannte Tim Cook nicht.
- Apple plant Preiserhöhungen bei Speicherknappheit
- Apple investiert in Ausbau des Speicherangebots
- Cloud- und KI-Konzerne sichern DRAM und NAND
- Report: Achtung, Korrektur!
Apple plant Preiserhöhungen für seine Produkte aufgrund eines Mangels an Speicherchips. Das sagte Vorstandschef Tim Cook in einem Interview mit dem Wall Street Journal, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die stark gestiegene Nachfrage nach KI-gestützten Produkten hat dazu geführt, dass Unternehmen der Unterhaltungselektronik um die Sicherung der Versorgung mit wichtigen Komponenten kämpfen müssen, was zu einem rasanten Anstieg der Chippreise geführt hat.
Cook sagt, Apple habe sein Bestes getan, um die steigenden Kosten nicht an die Verbraucher weiterzugeben. Er erklärte dem Journal jedoch, dass Preiserhöhungen nun unvermeidbar seien. Er sagte nicht genau, wann die Erhöhungen erfolgen würden und wie hoch sie ausfallen würden. Cook nannte Speicherchips als Hauptproblem und sagte, die Lieferanten würden "enorme" Preiserhöhungen weitergeben. Er sagte, Apple sei bereit, in Maßnahmen zur Steigerung des Angebots zu investieren, werde aber keine eigenen Speicherchipfabriken bauen.
Dies trifft Apples wichtigstes Geschäft: iPhone, iPad und Mac. Speicherchips sitzen in praktisch jedem Gerät – als DRAM/RAM für Arbeitsspeicher und als NAND-Flash für Datenspeicher. Tim Cook hat laut Reuters zwar Preiserhöhungen angekündigt, aber keine konkreten Produkte, Zeitpunkte oder Preisstufen genannt. Damit bleibt offen, ob Apple breit die Listenpreise anhebt oder eher über teurere Speicher-Upgrades, weniger günstige Basismodelle oder neue Pro-Modelle höhere Durchschnittspreise durchsetzt.
Große Cloud- und KI-Konzerne kaufen enorme Mengen Speicher für Rechenzentren, vor allem höhermargige Speicherlösungen wie HBM und DDR5. Dadurch verlagern Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron Kapazitäten weg von klassischen Consumer-Komponenten. IDC spricht bereits von einer strukturellen Verknappung: Für 2026 erwartet das Researchhaus ein DRAM-Angebotswachstum von nur 16 Prozent und bei NAND von 17 Prozent, jeweils unter historischen Normen.
Für Apple ist das besonders heikel, weil der Konzern zwar eine enorme Einkaufsmacht hat, aber keine eigenen Speicherfabriken betreibt. Cook sagte laut Reuters, Apple sei bereit, in Maßnahmen zur Ausweitung des Angebots zu investieren, wolle aber keine eigenen Speicherwerke bauen. Genau das unterscheidet Speicherchips von Apples eigenen A- und M-Prozessoren: Beim Design ist Apple stark, bei DRAM und NAND bleibt der Konzern abhängig von Zulieferern.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Apple Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,62 % und einem Kurs von 259,1USD auf Tradegate (18. Juni 2026, 08:03 Uhr) gehandelt.

