Vertrag in Versailles
US-Iran-Deal treibt die Börse an: US-Futures steigen deutlich, Öl crasht!
In Versailles unterschreibt Trump eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges und zur Öffnung der Straße von Hormus. Der Iran unterzeichnet digital. US-Aktienfutures steigen daraufhin, während der Ölpreis nachgibt.
Laut US-Medienberichten haben US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Masoud Pezeshkian ein Memorandum unterzeichnet, das den Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen ebnen soll.
US-Aktienfutures legten daraufhin deutlich zu: S&P-500-Futures stiegen um 0,73 Prozent, Futures auf den Nasdaq-100 legten um 1,15 Prozent und Dow-Jones-Futures kletterten um 0,51 Prozent. Rohöl der Sorte WTI gab infolgedessen um mehr als drei Prozent nach und fiel auf 74,22 US-Dollar. Brent-Öl gab um mehr als ein Prozent nach und fiel auf 77,65 US-Dollar je Barrel (Stand: 08:39 Uhr MESZ).
Der Kern des Rahmenabkommens ist weitreichend: Alle militärischen Einsätze (auch im Libanon) sollen beendet und die Straße von Hormus für mindestens 60 Tage wieder vollständig und gebührenfrei geöffnet werden. Für die Märkte ist das mehr als nur Diplomatie. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Energieadern der Welt. Sinkt dort das Risiko, sinkt auch die Angst vor neuen Preisschocks bei Öl und Gas.
Laut CNBC enthält das Papier außerdem Punkte dazu, wie mit den Beständen an hochangereichertem Uran der Islamischen Republik Iran umgegangen werden soll, wie die Sanktionen aufgehoben und die eingefrorenen Gelder des Irans freigegeben werden können und wie ein Wiederaufbau- und Entwicklungsplan für den Iran in Höhe von mindestens 300 Milliarden US-Dollar aussehen könnte. Ein endgültiger Deal soll binnen maximal 60 Tagen ausgehandelt werden.
Doch genau hier beginnt die politische Sprengkraft. Republikanische Senatoren kritisieren das Papier scharf. Bill Cassidy bezeichnete es laut CNBC als den schlimmsten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten. Thom Tillis verwies auf hohe Kriegskosten, verlorene Flugzeuge, Tote und Verletzte und verlangte mehr als 14 Punkte.
Auch Trumps eigene Inszenierung dürfte für Gesprächsstoff sorgen. Zunächst hatte er offen darüber gescherzt, Vizepräsident JD Vance die Schuld zu geben, falls der Deal scheitert. Wenige Stunden später setzte Trump vor dem Dinner mit Emmanuel Macron in Versailles schließlich seine Unterschrift unter das Papier.
Für Anleger stellt sich nun die entscheidende Frage: Ist das der Beginn eines echten Friedens – oder nur eine kurze Rallye auf diplomatischer Hoffnung? Die Futures zeigen zunächst Erleichterung. Doch der große Test kommt erst in 60 Tagen.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

