Aktie explodiert um 39 %
Dieser Ex-Börsenliebling verkauft sein Geschäft – und wettet jetzt alles auf KI
Allbirds heißt jetzt Smartbird und setzt auf KI-Infrastruktur. Nach dem Rebranding springt die Aktie erneut zweistellig an.
- Allbirds umbenannt zu Smartbird mit KI-Fokus
- Schuhsparte verkauft für 39 Millionen US-Dollar
- Nadia Carlsten leitet Smartbird ins KI-Geschäft
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Aus nachhaltigen Sneakern wird KI-Infrastruktur: Der spektakuläre Strategiewechsel von Allbirds ist nun offiziell. Das einstige Vorzeigeunternehmen für umweltfreundliche Schuhe firmiert künftig unter dem Namen Smartbird und will sich vollständig auf KI-Computing konzentrieren.
Mit dem Abschluss des Verkaufs seiner Schuhsparte für 39 Millionen US-Dollar an die American Exchange Group beendet das Unternehmen ein Kapitel, das 2021 mit einem Börsengang und einer Bewertung von 2,2 Milliarden US-Dollar seinen Höhepunkt erreicht hatte. Nach dem ersten Handelstag war Allbirds zeitweise sogar 4,1 Milliarden US-Dollar wert. Sinkende Umsätze, hohe Kosten für den Filialbetrieb und zunehmender Wettbewerb ließen die Aktie jedoch abstürzen.
Nun soll künstliche Intelligenz die Wende bringen. Smartbird will mittelständischen Unternehmen Zugang zu KI-Infrastruktur verschaffen – von der Beschaffung leistungsfähiger Grafikprozessoren über den Aufbau privater Rechencluster bis hin zum Betrieb der Systeme.
Angeführt wird der Umbau von der neuen Vorstandschefin Nadia Carlsten. Die frühere Managerin von Amazon Web Services leitete zuletzt das AWS Center for Quantum Computing und war zuvor beim KI-Unternehmen DCAI tätig.
Bereits im April hatte die Ankündigung des Strategiewechsels an der Börse für Euphorie gesorgt. Die Aktie schoss zeitweise um fast 600 Prozent nach oben. Von diesen Höchstständen ist das Papier inzwischen jedoch wieder um rund 77 Prozent gefallen.
Der nächste Schritt des Umbaus sorgte am Mittwoch erneut für Begeisterung. Nach der offiziellen Umbenennung in Smartbird und der Ernennung Carlstens zur CEO legte die Aktie zeitweise um mehr als 50 Prozent zu und schloss rund 39 Prozent im Plus.
Der radikale Wandel sorgt dennoch weiter für Skepsis. "Ich sehe langsam Anklänge an die Tech-Blase der 1990er Jahre", schrieb Morningstar-Stratege Dave Sekera im April. "Was versteht ein Schuhhersteller schon von Rechenzentren?"
Smartbird betont hingegen, bereits mit potenziellen Kunden im Gespräch zu sein und erste KI-Cluster zu planen. Das Unternehmen sieht eine Marktlücke bei mittelständischen Firmen, die eigene KI-Anwendungen nutzen wollen, aber weder über die nötige Hardware noch über das technische Know-how verfügen.
Ob aus dem ehemaligen Sneaker-Hersteller tatsächlich ein ernstzunehmender KI-Infrastrukturanbieter wird, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen. An der Wall Street ist die Wette auf den KI-Boom jedenfalls längst eröffnet.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

