Allzeithoch bei Kospi und Co.
Asiens Börsen feiern den Iran-Friedensplan
Tokio und Seoul auf Allzeithoch, Öl im freien Fall. Ein Memorandum zwischen Washington und Teheran sorgt für Erleichterung an den Märkten. Doch manch ein Experte warnt vor zu viel Euphorie.
- Nikkei und Kospi erreichen neue Rekordstände
- Öffnung Straße von Hormus drückt Ölpreise deutlich
- Experten mahnen Vorsicht wegen nur 60 Tage Abkommen
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Der japanische Leitindex Nikkei hat am Donnerstag erstmals die Marke von 71.000 Punkten geknackt und schloss mit einem Plus von 1,65 Prozent auf 71.053 Zählern, dem vierten Rekordtag in Folge.
Südkoreas Kospi legte sogar 2,25 Prozent zu und beendete den Tag bei 9.063,84 Punkten, ebenfalls ein historischer Höchststand. Auslöser ist ein Hoffnungsschimmer aus der Politik: Die USA und der Iran haben ein Memorandum unterschrieben, das die seit Monaten brüchige Waffenruhe um 60 weitere Tage verlängert.
Für die Märkte ist das mehr als nur diplomatische Symbolik. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen läuft, wieder vollständig für den Schiffsverkehr geöffnet wird, gebührenfrei zunächst.
Genau diese Aussicht auf mehr Öl am Markt drückte die Preise deutlich nach unten. Die US-Sorte WTI rutschte um über 2 Prozent auf knapp 75 US-Dollar pro Barrel, die Nordseesorte Brent fiel auf etwa 78 US-Dollar, den niedrigsten Stand seit drei Monaten.
Getragen wurde die Rallye an den Aktienmärkten zusätzlich vom Halbleitersektor. SK Hynix aus Südkorea sprang nach der Ankündigung neuer Speicherchip-Lieferungen für KI-Anwendungen um mehr als 6 Prozent und kletterte auf ein Rekordhoch. Auch in Japan zogen Zulieferer aus der Chipbranche kräftig an.
Ganz ohne Vorbehalt ist die Erleichterung an den Börsen aber nicht. Yoshimasa Maruyama, Chefökonom bei SMBC Nikko Securities, bremste die Euphorie und mahnte gegenüber Reuters, dass weiterhin erhebliche Unsicherheiten bestehen. Tatsächlich ist das Abkommen nur ein Zwischenschritt, zentrale Streitpunkte wie das iranische Atomprogramm bleiben für die kommenden 60 Tage ausgeklammert, und US-Präsident Trump deutete zugleich an, neue Angriffe seien nicht ausgeschlossen, sollte sich Teheran nicht "benehmen".
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
