Chip-Knall in den USA
Trump löst Chip-Fantasie aus: Intel schießt vorbörslich hoch! Was ist da los?
Ein Satz von Donald Trump reicht: Intel springt vorbörslich zeitweise um mehr als 9 Prozent. Der Grund ist eine angebliche US-Chip-Allianz mit Apple.
Intel sorgt an der Wall Street für den nächsten Paukenschlag. Die Aktie des US-Chip-Herstellers legte am Donnerstag im vorbörslichen Handel zeitweise um mehr als 9 Prozent zu. Grund dafür war eine brisante Meldung, die US-Präsident Donald Trump auf Truth Social verbreitet hatte: Apple habe zugestimmt, mit Intel bei Design und Bau von Chips in den USA zusammenzuarbeiten.
Für Intel wäre ein solcher Deal mehr als nur ein Auftrag. Er wäre ein politisches und technologisches Signal: Ausgerechnet Apple, einer der mächtigsten Namen der Tech-Welt, könnte Intel im Rennen um die amerikanische Halbleiterproduktion neue Strahlkraft verleihen. Trump stellte die Nachricht in den Kontext seiner Industriepolitik und kritisierte frühere US-Regierungen dafür, dass sie zugelassen hätten, dass Taiwan und andere Länder die Chipfertigung dominierten.
Die Börse reagierte sofort. So stieg Intel zuletzt um 9,46 Prozent, während Apple vorbörslich 0,6 Prozent im Plus lag (Stand: 11:05 Uhr MESZ). Bemerkenswert ist der Kurssprung auch deshalb, weil Intel über Jahre hinweg Marktanteile und Glanz verloren hatte. Doch dann kam die Kehrtwende: Die Aktie hat sich in den vergangenen 12 Monaten um 464 Prozent verteuert. Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei 608,7 Milliarden US-Dollar.
Doch noch bleibt eine entscheidende Frage offen: Was genau steckt hinter der von Trump verkündeten Vereinbarung? CNBC hat Intel und Apple um eine Stellungnahme gebeten – bislang ohne Erfolg. Bis dahin handelt die Börse vor allem einer Hoffnung nach: dass Intel vom Problemfall zum zentralen Baustein einer neuen US-Chipstrategie werden könnte.
Für Anleger ist das eine hochspekulative, aber auch spektakuläre Wette. Sollte sich die Kooperation mit Apple bestätigen, könnte Intel plötzlich wieder im Zentrum der Tech-Fantasie stehen. Wenn es dagegen bei politischer Rhetorik bleibt, droht die Euphorie schnell zu kippen.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

